Kaufsucht ist nicht typisch weiblich
Studie zeigt: Auch viele Männer sind von der Zwangsstörung betroffen
Kaufzwang ist entgegen der landläufigen Meinung keine typisch weibliche Zwangsneurose, denn fast ebenso viele Männer sind von dieser psychischen Störung betroffen. Das legen die Ergebnisse einer Studie nahe, für die amerikanische Forscher 2.513 Menschen nach ihren Kaufgewohnheiten befragten. Den Analysen der Psychologen zufolge leiden insgesamt über fünf Prozent der US-Amerikaner an einer Kaufsucht.
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Die Forscher befragten die anonymen Teilnehmer am Telefon nach ihrem Kaufverhalten und ihren finanziellen Umständen. Dabei benutzten sie zur Auswertung der gesammelten Daten ein speziell entwickeltes Erkennungssystem für Kaufsüchtige. Etwa 6 Prozent der befragten Frauen und 5,5 Prozent der Männer zeigten typische Symptome einer Kaufsucht, sagen die Wissenschaftler.
Dieses fast ausgeglichene Verhältnis findet sich allerdings bislang nicht in den klinischen Daten wieder, denn Kaufsüchtige, die sich in Behandlung begeben, sind zu 80 bis 95 Prozent Frauen. Den Forschern zufolge könnte diese Unstimmigkeit an der höheren Bereitschaft von Frauen liegen, sich wegen psychischer Probleme in Behandlung zu begeben, wie es auch von Depressionen und Angststörungen bekannt ist.
Nach Ansicht der Forscher sollten jetzt weitere Studien folgen, um das Phänomen Kaufsucht genauer zu untersuchen und die bisherigen Ergebnisse zu bestätigen. Zukünftig wollen die Psychologen aber auch die Verbreitung weiterer Zwangsstörungen erforschen, wie beispielsweise die Spielsucht. Die Forscher interessiert dabei vor allem, ob diese Zwangsstörungen im Zusammenhang mit anderen psychischen Auffälligkeiten auftreten.
Kaufsüchtige verspüren den unwiderstehlichen Zwang, Dinge zu kaufen, die sie gar nicht brauchen und sich oft auch nicht leisten können. So sammeln sie häufig große Mengen unnötiger Sachen an und verschulden sich rückhaltlos. Das kann zu Beziehungsproblemen, kriminellem Verhalten und Depressionen führen. Auch in Deutschland gilt die Kaufsucht bereits als anerkannte Zwangserkrankung.
Lorrin Koran (Stanford University) et al.: American Journal of Psychiatry, Bd. 163, S 1806
ddp/wissenschaft.de – Martin Vieweg

















