Hoher Verbrauch im Alter
Studie: Alte Menschen bewegen sich weniger effektiv und verbrauchen mehr Energie
Ältere Menschen verbrauchen über dreißig Prozent mehr Energie beim Gehen als jüngere. Grund dafür ist die Mehrarbeit der Muskeln, die neben ihrem gewöhnlichen Einsatz zusätzlich instabile Gelenke und Sehnen unterstützen müssen. Zudem sind die Sehnen nicht mehr elastisch genug, um von allein in die Ausgangsform zurückzuschnellen. Auch hier müssen Muskeln nachhelfen, sagen Omar Mian und seine Kollegen von der Metropolitan University in Manchester. Auch ein einjähriges intensives Training kann den Energieumsatz nicht optimieren: Der Mehrverbrauch im Alter ist irreversibel, zeigten die Forscher in ihrer Studie mit durchschnittlich 74 Jahre alten gesunden Menschen.
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Anfangs erklärten sich die Forscher den Mehrverbrauch an Energie mit der nachlassenden Balance, der schwindenden Muskelmasse und -stärke und dem veränderten Gang. Da körperliches Training diese Faktoren beeinflussen kann, ließen die Wissenschaftler die betagten Freiwilligen ein strenges und vielseitiges Trainingsprogramm absolvieren. Dazu gehörten unter anderem Aerobic und Gleichgewichtsübungen unter Aufsicht, aber auch Übungen für zuhause. Nach dem Trainingsjahr konnten die Sportwissenschaftler eine Verbesserung der allgemeinen körperlichen Fitness feststellen. So hatten die Studienteilnehmer mehr Muskelkraft und konnten besser balancieren und auch schneller gehen.
Dennoch unterschied sich der Energieverbrauch der Teilnehmer beim Gehen nicht von dem der untrainierten Kontrollgruppe gleichen Alters. Mian und seine Kollegen erklären das damit, dass es beim Energieverbrauch nicht auf die Masse oder Größe der Muskeln an sich ankommt, sondern eher, wie die Muskeln eingesetzt werden. Zu viele Muskeln arbeiteten bei den älteren Menschen gleichzeitig. Dadurch würden sie Energie verlieren wie ein altes Auto, dessen Motor nicht mehr richtig eingestellt ist, erklärt Omars Kollege Marco Narici. Durch die Mehrarbeit der Muskeln kommt es nach Meinung der Forscher auch zu dem Gang mit häufigeren und kleineren Schritten und der Tendenz zu schlurfen. Diese Art zu gehen macht ältere Menschen anfälliger für das Stolpern und Fallen. Einen Unterschied im Energieverbrauch zwischen Männern und Frauen konnten die Forscher nicht feststellen.
Mitteilung der Manchester Metropolitan University
Originalarbeiten der Forscher: Omar Mian (Manchester Metropolitan University) et al.: Acta Physiologica, Bd. 186, S. 127 und Journal of Applied Physiology, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1007/s00421-006-0141-9
ddp/wissenschaft.de – Sabine Keuter

















