Falten mit System
Furchen im Fledermausgesicht beeinflussen die Aussendung von Sonar
Aus der Nähe betrachtet, sehen sie zum Fürchten aus. Doch die vielen Furchen und Falten in den Gesichtern von Fledermäusen helfen den Tieren bei der Orientierung, haben Wissenschaftler der Jinan Universität von China nun herausgefunden: Die Einbuchtungen haben die Funktion kleiner Resonanzkörper, die bestimmte Frequenzkomponenten des ausgesandten Ultraschalls in verschiedene Richtungen aussenden. Auf welche Art und Weise dies den Beutefang erleichtert, liegt allerdings noch im Dunkeln.
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Qiao Zhuang und Rolf Müller untersuchten in ihrer Studie eine bestimmte Art von Fledermäusen, die Ultraschallpulse nicht durch ihre Münder, sondern vielmehr durch ihre Nasen ausstoßen. Mithilfe eines dreidimensionalen Laserscanners tasteten die Forscher zunächst das Gesicht einer solchen Hufeisen-Fledermaus ab. Der Datensatz konnte dann mittels eines Computerprogramms in ein dreidimensionales Oberflächenmodell des Gesichts umgewandelt werden.
Auf diese Weise konnte die Ausbreitung verschiedener Frequenzkomponenten eines durch die Nase ausgestoßenen Ultraschallpulses im Computer simuliert werden. Dabei stellte sich heraus, dass die Furchen in dem Gesicht wie kleine Resonanzkörper bestimmte Frequenzkomponenten verstärken und diese zusätzlich in unterschiedlichen Raumwinkeln aussenden.
Die Frequenzen des Sonarimpulses der untersuchten Fledermaus steigen von anfangs 60 auf 80 Kilohertz an, um gegen Ende des Schreis wieder auf 60 Kilohertz abzufallen. Die Gesichtsfurchen fokussieren dem Computermodell zufolge die höheren Frequenzen zum größten Teil auf einen Bereich direkt vor dem Gesichtsfeld der Fledermaus, während die 60-Kilohertz-Komponenten auch seitlich in einen kegelförmigen Bereich mit einem größeren Öffnungswinkel abgestrahlt werden.
Zhuang und Müller hoffen, dass ihre Studie nun von Biologen aufgegriffen wird. Dann lässt sich vielleicht auch herausfinden, auf welche Weise die komplizierte räumliche Struktur des Sonarfelds den Beutefang erleichtert.
Physical Review Letters, Bd. 97, Artikel 218701
Stefan Maier

















