Stürme, schneller als der Schall
Forscher entdecken Exoplaneten, auf denen es Luftbewegungen mit extremen Windgeschwindigkeiten geben muss
Stürme mit Überschallgeschwindigkeit sorgen auf fernen Planeten für ein ausgeglichenes Klima. Darauf deuten Daten amerikanischer Forscher hin, die mit dem Spitzer-Weltraumteleskop die Atmosphäre dreier Planeten außerhalb des Sonnensystems vermessen haben. Zwischen der stets dem Mutterstern zugewandten Tagseite der Planeten und der dunklen Nachtseite registrierten die Wissenschaftler kaum Temperaturunterschiede – ein Phänomen, das die Forscher mit Stürmen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 14.000 Kilometern pro Stunde erklären. Diese wirbeln die Atmosphäre so durcheinander, dass rund um den Planeten nahezu gleichmäßige Temperaturen herrschen.
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Die drei 50, 100 und 147 Lichtjahre entfernten Planeten umkreisen ihre Muttersterne in einer so genannten gebundenen Rotation link. Das bedeutet, dass sie sich bei einem Umlauf um ihren Stern genau einmal um ihre eigene Achse drehen. Auch der Mond umrundet die Erde auf diese Weise und weist der Erde daher immer dieselbe Seite zu. Da der Abstand der drei Himmelskörper zu ihrem Stern mit weniger als neun Millionen Kilometern extrem gering ist, herrschen auf der dem Stern zugewandten Tagseite Temperaturen von mehr als 900 Grad Celsius, ergaben die Infrarotmessungen der Wissenschaftler. Doch auch die stets dunkle Nachtseite erreicht ähnlich hohe Temperaturen, fanden die Forscher heraus, die jedes Planetensystem in insgesamt acht verschiedenen Positionen während des Umlaufs vermaßen.
"Die Hitze des Muttersterns wird zu der dunklen Seite transportiert", erläutert Eric Agol, einer der beteiligten Wissenschaftler. Dies lasse sich mit Stürmen in Überschallgeschwindigkeit erklären, so der Astronom. Direkt messbar sind solche Gasbewegungen allerdings bisher nicht. Obwohl die beobachten Planeten im Vergleich zur Erde riesig sind, lassen sich die Eigenschaften ihrer Atmosphäre nur sehr schwer bestimmen, da das von ihr ausgehende Licht stets vom Mutterstern überstrahlt wird.
Nicolas Cowan (Universität von Washington, Seattle) et al.: Präsentation auf der 209. Konferenz der Amerikanischen Astronomischen Gesellschaft, Seattle
ddp/wissenschaft.de – Ulrich Dewald

















