Schön warm dank Wolkendecke
Nächtlicher Nebel erwärmt die Tropen auf dem Mars
Auch auf dem Planeten Mars wirkt ein Treibhauseffekt – allerdings nur nachts: Relativ dichte Wolken aus Wassereis erwärmen die tropischen Breiten um etwa 20 Grad Celsius, fanden Forscher um John Wilson von der US-Wetterbehörde NOAA mithilfe der mittlerweile verstummten Raumsonde Mars Global Surveyor heraus.
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Bislang konnten die Marsforscher nur die Wolken beobachten, die sich tagsüber bilden. Wilson und seinen Kollegen gelang es nun erstmals, die Ausdehnung und Dicke der nächtlichen Wolken zu bestimmen. Dazu benutzten sie das Laser-Höhenmessgerät des Mars Global Surveyor.
Die Lichtstrahlen wurden von den Eisteilchen gestreut, so dass die Forscher die Position der Wolken bestimmen konnten. Sie stellten fest, dass die Wolken in der Nacht etwa fünfmal so dick sind wie tagsüber, eine wesentlich größere Ausdehnung besitzen und fast wie Nebel dicht über dem Boden liegen. Die Regionen, die von Wolken bedeckt sind, sind außerdem wärmer als wolkenlose Gegenden. Das bestätigt Simulationen, denen zufolge warme Oberflächentemperaturen auf dem Mars durch eine Art Treibhauseffekt hervorgerufen werden.
Tagsüber lösen sich die Wolken durch die Sonnenwärme auf. Die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sind auf dem Mars sehr groß: Sie betragen bis zu hundert Grad Celsius, da es keine Ozeane gibt, die Wärme speichern können. Der Wasserdampf, der sich im Nord-Sommer aus dem Eis der Polkappe bildet, kondensiert deshalb nachts.
Wilson und seine Kollegen wollen die Wolken nun in Klimamodelle für den jungen Mars einbauen, der noch eine dickere Atmosphäre besaß, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist. Wilson: "Es ist wahrscheinlich, dass die Eiswolken in der Vergangenheit einen wichtigen Einfluss auf die Temperaturen in der Atmosphäre und auf der Oberfläche und damit auf das Klima hatten."
John Wilson (Geophysical Fluid Dynamics Laboratory, Princeton) et al.: Geophysical Research Letters Bd. 34, S. L02710
Ute Kehse



















