Wenn die Schwarzen Raucher singen
Turbulenz und Hohlräume unterhalb hydrothermaler Quellen erzeugen Schallwellen
Amerikanische Forscher haben erstmals die Geräusche hydrothermaler Quellen in den Tiefen der Ozeane direkt aufgezeichnet. Dabei stellte sich heraus, dass die beiden untersuchten Schwarzen Raucher nicht nur ein durch Turbulenzen ausgelöstes Grollen abgeben, sondern dass gewisse Schallfrequenzen sogar wie bei einem Klangkörper in der Musik verstärkt werden. Ursache der Resonanzen könnten unter Umständen Hohlräume unterhalb der Quelle sein.
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Jeffrey Parsons und seine Kollegen untersuchten in ihrer Studie zwei Schwarze Raucher etwa 300 Meilen westlich der Pazifikküste, in einem auf den Namen Juan de Fuca getauften Ozeangraben. Für ihr Experiment entwickelten die Forscher ein spezielles Aufnahmegerät, das sowohl den hohen Drücken am Ozeangrund als auch der hohen Temperatur des überhitzten Wassers standhalten konnte. Über mehrere Tage hinweg zeichneten die Forscher insgesamt etwa 180 Stunden lang die Geräusche der beiden hydrothermalen Quellen auf.
Dabei stellte sich heraus, dass im Gegensatz zur der bisherigen Lehrmeinung Schwarze Raucher alles andere als stumm sind. Vielmehr gaben die beiden untersuchten Quellen ein niederfrequentes Grollen mit Frequenzen unterhalb von 100 Hertz ab. Die Forscher glauben, dass die Ursache der Geräusche in Turbulenzen innerhalb der Fontänen aus überhitztem Wasser liegen könnte.
Überraschenderweise waren die Amplituden einiger Frequenzen um einen beträchtlichen Faktor höher als der mittlere Geräuschpegel. Diese könnten durch resonante Verstärkungen in kleinen Hohlräumen im Erdgestein unterhalb der Quelle verursacht werden, so die Forscher. Sie spekulieren, dass Meerestiere dank der Schallwellen die gefährlichen Fontänen unbeschadet umschwimmen können.
Die Forscher haben auch Proben der Schallaufzeichnungen veröffentlicht. Da diese jedoch extrem niedrige Frequenzen haben, können sie nur beim Abspielen über gute Basslautsprecher gehört werden.
Timothy Crone (Universität von Washington, Seattle) et al.: PLoS ONE, Bd. 1, Artikel e133
Stefan Maier

















