Filzläuse auf Reisen
Die Parasiten wechselten vor mehreren Millionen Jahren vom Gorilla auf den Menschen
Menschen verdanken die Filzlaus den Gorillas: Vor etwa 3,3 Millionen Jahren schaffte der Parasit den Wirtswechsel vom Affen zum Menschen, haben amerikanische Forscher herausgefunden. Die Menschen kamen wohl mit den Läusen in Kontakt, als sie in den Nestern der Menschenaffen nächtigten oder die Affen jagten und aßen, vermuten David Reed von der Universität von Florida in Gainesville und seine Kollegen. Diese beiden Übertragungswege seien wahrscheinlicher als sexuelle Kontakte zwischen Mensch und Tier, schreiben die Wissenschaftler.
ANZEIGE
Reed und seine Kollegen sammelten Filzläuse von Gorillas in Naturschutzgebieten von Uganda sowie von Menschen und untersuchten sie mit genetischen Methoden. Die beiden jeweils auf ihren Wirt spezialisierten Arten hatten bis vor 3,3 Millionen Jahren gemeinsame Vorfahren und entwickelten sich seither unabhängig voneinander, konnten die Wissenschaftler zeigen. Sie gehen davon aus, dass es den Filzläusen des Gorillas damals erstmals gelang, sich in der Scham- und Achselbehaarung des Menschen einzunisten. Die zeitliche Einordnung zeigt, dass Menschen nicht schon seit jeher von Filzläusen befallen wurden. Denn die Entwicklungslinien von Mensch und Affe trennten sich viel früher, vor 5,5 Millionen Jahren.
Wenn auch die ersten Menschen noch nicht von Filzläusen heimgesucht wurden, hatten sie doch mit Kopf- und Kleiderläusen zu kämpfen. Die entwicklungsgeschichtliche Trennung der menschlichen Läuse von denen der Schimpansen fand gleichzeitig statt wie die Trennung von Affe und Mensch, hatten frühere Untersuchungen gezeigt.
David Reed (Universität von Florida, Gainesville) et al.: BMC Biology, 7. März 2007
ddp/wissenschaft.de – Fabio Bergamin


















