Heimatliebe von Nemo und Co
Junge Korallenfische suchen den Weg zurück ins elterliche Riff
Frisch geschlüpfte Korallenfische kehren wieder zu ihrem Heimatkorallenriff zurück, sobald sie für mehrere Wochen im offenen Meer ausgereift sind. Das hat ein internationales Forscherteam bei Studien vor der Küste Papua-Neuguineas herausgefunden. Die Wissenschaftler hatten Fische mit einem seltenen Isotop markiert und so die Fischbrut mehrerer Riffe auf ihrem Weg durch das Meer verfolgt. Die Mehrzahl der Fische kehrte wieder zu dem Riff zurück, in dem sie selbst geschlüpft sind, selbst wenn sie über einen Monat im offenen Meer trieben. Die Ergebnisse der Studie können dazu beitragen, Meeresschutzgebiete besser an die Lebensweise der Meeresbewohner anzupassen, so die Wissenschaftler.
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Die Larven von Korallenfischen treiben nach dem Schlüpfen oft mehrere Monate im offenen Meer, ehe die Fische vollständig ausgereift sind und selbst zur Eiablage ein geeignetes Riff aufsuchen. Die Forscher um Glenn Almany beobachteten den Orangen Clownfisch, der sein Gelege pflegt und bewacht, bis die Larven nach einigen Tagen ausschlüpfen und zur Reifung etwa elf Tage im offenen Meer verbringen. Die zweite untersuchte Fischart war der Vagabund-Falterfisch, der seine Eier hingegen direkt ins Wasser legt. Die Larven treiben etwa einen Monat im Ozean, bis sie ein geeignetes Riff für ihr weiteres Leben finden.
Almany und sein Team spritzten in einem Meeresschutzgebiet vor Papua-Neuguinea bei insgesamt 299 brütenden Weibchen geringe Mengen eines unschädlichen Barium-Isotops ein, das auf die Larven übertragen wird. Zwei Monate später kehrten die Zoologen zurück und fingen die Fische, die zu diesem Zeitpunkt an den jeweiligen Riffen lebten. Die Wissenschaftler identifizierten im Labor die markierten Fische und konnten so die Anzahl der Rückkehrer und der zugezogenen Riffbewohner bestimmen.
Demnach finden etwa sechzig Prozent der Jungtiere beider Arten aus dem offenen Meer wieder an ihr Heimatriff zurück. Die restlichen vierzig Prozent stammen von anderen Riffen, die mindestens zehn Kilometer entfernt sind, erklären die Forscher. Dies deute auf einen regen Austausch zwischen Populationen hin, die im offenen Meer getrennt wurden. Wie stark andere Fischpopulationen miteinander verbunden sind, wollen die Wissenschaftler in weiteren Untersuchungen klären, wie beispielsweise in einer bereits laufenden Studie am Nassau-Zackenbarsch in der Karibik.
Glenn Almany (James-Cook-Universität, Townsville) et al.: Science, Bd. 316, S. 742
ddp/wissenschaft.de – Claudia Hilbert



















