Tumorzellen im Spenderblut
Studie: Blutspenden von Krebspatienten bergen für Empfänger kein erhöhtes Risiko
Eine Bluttransfusion bringt für den Empfänger kein erhöhtes Krebsrisiko, wenn der Blutspender später an Krebs erkrankt. Das haben schwedische Mediziner bei der Auswertung von Daten schwedischer und dänischer Blutspender und -empfänger nachgewiesen. Rund drei Prozent der Empfänger erhielten Blut von Spendern, die später an Krebs erkrankten. Bei diesen Empfängern lag die Krebsrate jedoch nicht höher als bei Patienten, die Blut gesunder Spender erhalten hatten.
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Die Wissenschaftler hatten für ihre Studie Daten von 1,13 Millionen Blutspendern und 1,31 Millionen Empfängern von Blutkonserven ausgewertet, die zwischen 1968 und 2002 gesammelt worden waren. Von den 350.000 Empfängern, die in die Studie einbezogen wurden, bekamen rund 12.000 Blut von Spendern, bei denen innerhalb der nächsten fünf Jahre eine Krebserkrankung diagnostiziert wurde. Bei diesen Patienten konnten die Forscher auch dreißig Jahre später keine Erhöhung der Krebsrate erkennen.
Obwohl Krebs keine ansteckende Krankheit ist, werden Tumorpatienten aus Sicherheitsgründen in der Regel nicht als Blutspender zugelassen. Ob jedoch tatsächlich für die Empfänger ein Risiko durch unwissentlich mit einer Transfusion übertragene Tumorzellen besteht, war bislang noch unklar. "Blut ist eine extrem komplexe und biologisch aktive Substanz", kommentiert der amerikanische Mediziner Garth Utter die Ergebnisse der skandinavischen Wissenschaftler. Die langfristigen Konsequenzen von Bluttransfusionen seien daher noch immer nur zum Teil erforscht.
Gustaf Edgren (Karolinska-Institut, Stockholm) et al.: Lancet, Bd. 369, S. 1724
ddp/wissenschaft.de – Ulrich Dewald


















