Verkehrte Welt: Computer werden zu schnell für die Software
Experten sagen Mangel an parallelisierten Programmen voraus
Programmierer haben mit der voranschreitenden Entwicklung immer schnellerer Computerprozessoren nicht Schritt gehalten. Internationale Experten haben auf einem Workshop für Hochgeschwindigkeitscomputer an der US-amerikanischen Purdue-Universität davor gewarnt, dass insbesondere Prozessoren mit mehreren Zentraleinheiten wohl über kurz oder lang von Softwareprogrammen unterfordert sein werden. Die Experten rufen daher zu einer Parallelisierung von Computerprogrammen in allen Anwendungssparten auf.
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Bis vor wenigen Monaten waren mit mehreren Zentraleinheiten versehene Computerprozessoren eine Domäne von in Forschungsinstituten beheimateten Supercomputern. Diese Rechenriesen erfordern speziell für sie konzipierte Software, deren Algorithmen mehrere Zentraleinheiten gleichzeitig ansprechen können. Auf diese Weise können hochkomplexe Probleme wie etwa die Modellierung des Weltklimas in Angriff genommen werden.
Innerhalb der letzten Monate haben allerdings Prozessoren mit mehr als einer Zentraleinheit – so genannte "multiple core processors" – ihren Weg selbst in Heimcomputer und Laptops gefunden. Die damit verbundene Geschwindigkeitssteigerung macht sich allerdings nicht in ihrem vollen Maße bemerkbar, so Faisal Saied, ein Informatiker der Purdue-Universität. Die Softwarebranche hat ihm zufolge den Übergang in das Zeitalter der Parallelität verschlafen.
Vertreter der Chiphersteller Intel, AMD und Sun haben auf dem Symposium angekündigt, innerhalb der nächsten Jahre Prozessoren mit bis zu einhundert Zentraleinheiten auf den Markt zu bringen. Zur vollen Ausnutzung der Leistung dieser Rechenriesen entwickeln Informatiker in aller Welt nun fieberhaft neue Programmiersprachen, die von Grund auf parallelisiert sind, so Saied.
Andere dem Symposium beiwohnende Sprecher sagten voraus, dass Laptops schon in fünf Jahren die Rechenleistung heutiger Supercomputer erreichen werden. Dieses enorme Potenzial zur Leistungssteigerung macht deutlich, dass bei allem Wirbel um Quantencomputer die herkömmliche Elektronik noch längst nicht das Ende der Fahnenstange erreicht hat.
Ergebnisse des High Performance Computing Workshop, Purdue-Universität
Stefan Maier

















