Wie die Pinguine in den Norden kommen
Forscher: Die Vögel erreichen die nördliche Halbkugel wohl als Haustiere auf Fischerbooten
Die vereinzelt in Gewässern vor Alaska und Kanada gefundenen Pinguine sind nicht aus eigener Kraft von der Südhalbkugel dorthin geschwommen, sondern gelangten vielmehr an Bord von Fischerbooten in den Norden. So erklären amerikanische Biologen die überraschenden Sichtungen von Pinguinen in nördlichen Gewässern, von denen immer wieder berichtet wird. Alle anderen Erklärungen wie Ausbrüche aus Zoos oder das Durchqueren des tropischen Pazifiks scheiden aus, schreiben die Forscher um Dee Boersma.
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In den vergangenen Jahrzehnten gab es immer wieder Berichte über Pinguine, die im nördlichen Pazifik vor Kanada und Alaska gesichtet wurden. So zog im Jahr 2002 ein völlig überraschter Fischer mit seinem Netz einen Pinguin aus den Gewässern vor Alaska - Tausende Kilometer von den nördlichsten Verbreitungsgebieten der Pinguine, etwa an der Peruanischen Küste oder bei den Galapagos-Inseln, entfernt. Die Forscher um Boersma analysierten nun alle möglichen Erklärungsansätze für die Anwesenheit der Tiere. Der Ausbruch aus Zoos der USA oder Kanadas scheidet aus, da deren Pinguine eine spezielle Markierung tragen. Auch sehen die Forscher es als äußerst unwahrscheinlich an, dass die Pinguine mehrere tausend Kilometer weit in den Norden geschwommen sind. Dabei hätten sie nämlich auch warme, tropische Gewässer durchqueren müssen, an die sie nicht angepasst sind.
Viel wahrscheinlicher ist es daher nach Ansicht der Biologen, dass die flugunfähigen Vögel zur Unterhaltung der Crew auf Fischerbooten mitgefahren und so vom Süden in den Norden gelangt sind. Denn Pinguine sind nicht nur im Zoo eine Attraktion für Kinder. In Peru und Chile, wo sie an den Küsten heimisch sind, halten Familien die knuffigen Vögel als Haustiere. Auch Fischer nehmen die Tiere auf ihren Fangfahrten mit. Wenn Pinguine dann in hohen nördlichen Breiten freikommen, sind ihre Überlebenschancen allerdings gering, da sie für viele andere Wildtiere eine leichte Beute sind. Daran sind auch viele Ansiedlungsversuche der Pinguine im Norden beispielsweise in Skandinavien gescheitert.
Dee Boersma (Universität von Washington) et al.: Wilson Journal of Ornithology, Bd. 119, S. 284
ddp/wissenschaft.de – Martin Schäfer


















