Fontänen aus dem Neutronenstern
Nicht nur Schwarze Löcher, sondern auch andere Sternenleichen senden Jets aus
Amerikanische Forscher haben mithilfe des Nasa-Röntgensatelliten Chandra einen Neutronenstern aufgespürt, der hochenergetische Fontänen oder Jets von Röntgenstrahlen aussendet. Bisher wurde angenommen, dass nur Schwarze Löcher zum Aussenden dieser gewaltigen, oftmals in mehreren Lichtjahren Entfernung noch nachweisbaren Jets fähig sind. Die neue Studie legt daher die Ansicht nahe, dass nur die hohe Gravitationskraft zur Ausbildung der Jets nötig ist, und nicht etwa die Ausbildung eines Ereignishorizonts.
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Die von Sebastian Heinz von der Universität von Wisconsin geleitete Studie befasste sich mit dem Doppelsternsystem Circinus X-1, das sich in einer Entfernung von etwa 20.000 Lichtjahren von der Erde befindet. Es besteht aus einem Neutronenstern, der einen Stern einer Größe von mehreren Sonnenmassen umkreist. Die Forscher untersuchten das Röntgenspektrum dieses Systems mithilfe des Röntgensatelliten Chandra. Dabei stellte sich heraus, dass der Neutronenstern einen gewaltigen Jet von Röntgenstrahlen aussendet.
Heinz zufolge konnten mithilfe des Röntgenobservatoriums zwei fingerartige Ausläufer des Jets in einer Entfernung von mehr als fünf Lichtjahren von dem Neutronenstern identifiziert werden. Die Forscher versuchen nun, die Entstehung der Jets zu modellieren, um die Dynamik dieses Prozesses besser zu verstehen.
Astrophysiker hatten bisher vermutet, dass die Ausbildung eines Ereignishorizonts zur Entstehung der Jets notwendig ist – demnach würden sie nur bei Schwarzen Löchern vorkommen. Die neue Studie lässt nun vermuten, dass dem nicht so ist. Vielmehr muss nur die Gravitation in der Umgebung des gestorbenen Sterns hinreichend groß sein, eben wie bei einem Neutronenstern.
Mitteilung des Chandra-Projekts
Stefan Maier

















