Enfleurage im Bienenstock
Prachtbienen sammeln Pflanzenduftstoffe genauso wie menschliche Parfümeure
Prachtbienen sind Parfümhersteller: Genau wie menschliche Parfümeure bei der sogenannten Enfleurage nehmen sie den Duft von Blüten mit Hilfe von Fetten auf, die sie in Drüsen am Kopf herstellen. Wissenschaftler um Thomas Eltz von der Universität Düsseldorf haben nun den Ablauf genau untersucht, den die männlichen Prachtbienen zur Herstellung ihres Parfüms verwenden. Die Bienen sammeln die mit Duftstoffen versehenen Fette zunächst in Taschen an ihren Hinterbeinen, lassen sie dann wieder Richtung Kopf wandern und verwenden die Fette erneut. So entsteht im Laufe der Zeit ein immer stärker konzentriertes Parfüm.
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Eltz und seine Mitarbeiter fingen auf der Halbinsel Yukatan in Mittelamerika 68 Prachtbienen und untersuchten, was diese mit dem Fett aus ihren Kopfdrüsen anstellten. Dazu spritzten die Wissenschaftler chemisch gekennzeichnete Fette auf die Bienenbeine und schauten, wohin diese wanderten. Nach einigen Tagen konnten die Forscher keines ihrer Fette mehr an den Beinen der Insekten entdecken, dafür saßen die Fette nun am Bienenkopf. Die Wissenschaftler schließen daraus, dass die Prachtbiene ihr Fett mehrmals verwendet, um die Blütenduftstoffe immer stärker zu konzentrieren.
Die männlichen Prachtbienen wollen mit ihrem Parfüm vermutlich Prachtbienenweibchen beeindrucken und zur Paarung veranlassen: Sie versprühen ihre Duftmarken vor allem im Unterholz, in dem auch die Paarung der Tiere stattfindet, erklären die Wissenschaftler.
Wahrscheinlich erwarben die Bienen ihre Fähigkeit zur Parfümherstellung eher zufällig. Ein Vorfahre der heutigen männlichen Prachtbienen markierte bestimmte Teile einer Blüte mit Fetten aus seinen Kopfdrüsen und nahm dabei zufällig Duftstoffe der Pflanzen auf, vermuten die Forscher. Bienen, bei denen Duftstoffe an den Hinterbeinen klebten, hatten dann wohl mehr Erfolg im Kampf um die Gunst der Bienenweibchen, so die Forscher. Das könnte die Weiterentwicklung der Parfümherstellung vorangetrieben haben.
Thomas Eltz (Universität Düsseldorf) et al.: Proceedings of the Royal Society B, DOI: 10.1098/rspb.2007.0727
ddp/wissenschaft.de – Anja Basters



















