Comeback nach 47 Jahren
Forscher entdecken Asteroiden wieder, den sie lange aus den Augen verloren hatten
Es war ein unerwartetes Wiedersehen: Der kürzlich entdeckte Asteroid 2007 RR9 entpuppte sich als lange verschollenes Objekt, das ein Trio von Asteroidenforschern schon 1960 erstmals beobachtet hatte. Die Pioniere Tom Gehrels, Ingrid van Houten-Groeneveld und ihr Ehemann Cornelis van Houten, die insgesamt mehrere tausend Asteroiden auf Fotoplatten des Mount-Palomar-Observatoriums aufspürten, hatten dem Himmelskörper vor 47 Jahren die Bezeichnung 6344 P-L gegeben. Schon damals war klar, dass das Objekt der Erde gefährlich nahe kommen kann. Doch seine Spur im Weltraum verlor sich wieder.
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"Wir wussten einfach nicht, wo das Ding war", sagt der Astronom Peter Jenniskens vom Seti-Institut. Er bestätigte inzwischen, dass die Objekte 2007 RR9 und 6344 P-L identisch sind. "Jetzt ist es nicht mehr einfach nur 'irgendwo da draußen'", ist Jenniskens erleichtert. 2007 RR9 wird die Erdbahn Anfang November kreuzen. Dabei nähert sich der Brocken der Erde bis auf zehn Millionen Kilometer. Das entspricht etwa dem 28-fachen Abstand zwischen Erde und Mond. Die Forscher des "Minor Planet Center" an der Harvard Universität haben den kleinen Himmelskörper als "potenziell gefährlich" eingestuft. Er zählt damit zu insgesamt 886 bekannten Objekten, die mehr als 150 Meter groß sind und der Erde näher als 7,5 Millionen Kilometer kommen können.
Peter Jenniskens ist der Meinung, dass 2007 RR9 kein Asteroid, sondern ein schlafender Kometenkern ist. "Wahrscheinlich handelt es sich um ein Fragment eines größeren Objekts, das vor nicht allzu langer Zeit zerfallen ist und den Gamma-Piscid-Meteorschauer hervorgerufen hat, der Ende Oktober zu sehen ist", sagt der Forscher. Die längliche Bahnkurve von 2007 RR9 spricht dafür, dass er zur Familie der Jupiter-Kometen gehört. Der sonnenfernste Punkt der Bahn liegt in der Nähe der Jupiter-Bahn, der sonnennächste Punkt befindet sich zwischen Venus- und Erdbahn. Für einen Umlauf um die Sonne braucht der Brocken vier Jahre und acht Monate.
Bislang zeigt der mutmaßliche Kometenkern allerdings noch keine Anzeichen von Aktivität. In den kommenden Wochen wird er für Beobachter auf der Südhalbkugel gut zu sehen sein.
Ute Kehse

















