Kleine Gesten, große Wirkung
Neue Technologie: Monitor registriert Bewegungen und setzt sie in Befehle um
Britische Forscher haben einen Computermonitor entwickelt, der sowohl auf Berührung als auch auf Gesten dicht vor der Bildschirmoberfläche reagiert. Sensorelemente hinter der Displayebene registrieren per Infrarotstrahlen die Bewegungen der Finger und Hände davor. Damit lassen sich nicht nur auf klassische Weise Gegenstände auf dem Flachbildschirm anklicken und verschieben. Ein Computerprogramm kann auch die Bewegung der Hände vor dem Bildschirm in Befehle umsetzen. Integriert wurden die Bewegungssensoren in einen herkömmlichen Flachbildschirm, so dass die Technik im Prinzip in bestehende Produktionsprozesse eingebaut werden könnte.
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Den sensorbestückten Touchscreen namens ThinSight haben die Forscher hergestellt, indem sie hinter einem handelsübliches LCD-Display eine weitere Elektronikschicht anbrachten. Diese besteht aus einer Infrarotlichtquelle, die unabhängig von den roten, grünen und blauen Pixeln des Displays arbeitet. Die Strahlen treffen auf die gestikulierenden Finger vor dem Display und werden reflektiert. Infrarotsensoren werten die Strahlen aus. Sie können die Finger nur in groben Umrissen bis zu einem Abstand von wenigen Zentimetern vor dem Display erkennen. Auch Gegenstände, die der Benutzer vor den Monitor hält, können erfasst werden.
Die Forscher sehen den Vorteil ihrer Entwicklung in der kompakten Bauweise von Display und Kamera in einem Flachbildschirm. Eine externe Kamera ist zur Aufzeichnung der Handbewegungen nicht nötig. Zudem ist das System in der Lage, auf mehrere Berührungen und Gesten gleichzeitig zu reagieren. Wie der Onlinedienst des Wissenschaftsmagazins "New Scientist" schreibt, könnten die Computernutzer in Zukunft dank Technologien wie ThinSight vor dem Bildschirm stehen wie im Science-Fiction-Klassiker "Minority Report": Dort bedient der Protagonist John Anderton den Computer durch heftiges Gestikulieren mit Arm und Händen.
Shahram Izadi (Microsoft-Forschungszentrum, Cambridge) et al.: Beitrag auf der Konferenz "User Interface Software and Technology", Newport.
ddp/wissenschaft.de – Martin Schäfer

















