Gewichtige Daten
Neue Studie zeigt: Über die Hälfte aller Menschen weltweit sind zu dick
Etwa 60 Prozent aller Menschen weltweit haben ein zu hohes Körpergewicht, knapp 30 Prozent sind sogar krankhaft fettleibig. Das hat ein internationales Forscherteam in einer Untersuchung von fast 200.000 Männern und Frauen aus 63 Ländern herausgefunden. Untersucht wurden dabei Personen aus zufällig ausgewählten städtischen und ländlichen Gebieten von ihrem jeweiligen Hausarzt.
ANZEIGE
Für die Studie nahmen die Wissenschaftler Daten wie Alter, Geschlecht, Größe, Gewicht und Bauchumfang auf und untersuchten, ob die untersuchten Personen unter Herzkrankheiten oder Diabetes litten. Aus Größe und Gewicht berechneten sie zudem den Body Mass Index (BMI), indem sie das Gewicht durch die Körpergröße zum Quadrat teilten. Als normalgewichtig gelten Menschen mit einem BMI zwischen 19 und 25. Der Bauchumfang wurde zwischen dem unteren Rippenbogen und der Oberkante des Hüftknochens gemessen und lässt auf den Anteil des sogenannten viszeralen Fettgewebes am Gesamtkörpergewicht schließen – jenes Fettgewebes also, das sich als Fettdepots im Bauchraum und an inneren Organen festsetzt. Es gilt als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Insgesamt wurden 69.409 Männer und 98.750 Frauen im Alter zwischen 18 und 80 Jahren aus 63 Ländern von fünf Kontinenten untersucht.
Bei den Männern hatten 40 Prozent einen BMI zwischen 25 und 30 Kilogramm pro Quadratmeter, gelten also als übergewichtig. 24 Prozent hatten einen BMI von über 30 und sind somit stark übergewichtig beziehungsweise fettleibig. 56 Prozent der Männer hatten einen Bauchumfang von mehr als 94 Zentimetern und damit zuviel viszerales Fett und ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. 16 Prozent der Studienteilnehmer hatten Herzkrankheiten und 13 Prozent litten unter Diabetes
Bei den Frauen waren nach dem errechneten BMI 30 Prozent übergewichtig und 27 Prozent fettleibig. 71 Prozent hatten einen Bauchumfang von über 80 Zentimetern und somit zuviel Fettgewebe im Unterleib. Bei 13 Prozent der Studienteilnehmerinnen wurden Herzerkrankungen festgestellt und 11 Prozent hatten Diabetes.
Die Forscher rufen alle Regierungen dazu auf, mehr Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen, die Bevölkerung stärker für körperlichen Aktivitäten und Bewegung zu begeistern und sie zu einer gesünderen Ernährung anzuhalten. Sie befürchten, dass ansonsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes noch mehr zunehmen werden.
Beverley Balkau (Institut national de la santé et de la recherche médicale, Villejuif) et al.: Circulation, Bd. 116, Ausgabe 17
ddp/wissenschaft.de – Tobias Becker

















