Mann redet viel
Männer sprechen doch mehr als Frauen
Im Gegensatz zu gängigen Vorurteilen reden Männer nicht weniger, sondern sogar etwas mehr als Frauen. Dabei kommt es aber auch auf den Kontext an: Männer reden mehr, wenn sie mit ihrer Frau oder mit einem Fremden sprechen, Frauen sind dagegen bei ihren Kindern und ihren Freunden und Kollegen gesprächiger. Dies zeigen amerikanische Wissenschaftler in einer Studie, in der sie die Forschungsergebnisse der vergangenen Jahrzehnte zusammenfassend analysierten.
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Männer sind demnach insgesamt etwas gesprächiger als Frauen, stellten die US-Psychologen Campbell Leaper und Melanie Ayres fest: Die Untersuchung fand hier einen kleinen, jedoch statistisch bedeutsamen Unterschied. Dies widerspricht eindeutig Vorurteilen, die in Meinungsumfragen häufig zum Ausdruck kommen. So ergab eine aktuelle Umfrage des Gallup-Instituts, dass sowohl Männer als auch Frauen glauben, das weibliche Geschlecht besitze das größere Mundwerk.
Allerdings hängt es sowohl vom Gesprächspartner als auch von der Art des Gesprächs ab, ob Männer oder Frauen gesprächiger sind. So reden Männer eher mehr, wenn sie es mit nur einem Gesprächspartner zu tun haben, als wenn sie sich einer Gruppe gegenübersehen. Frauen sprechen häufiger über persönliche Themen, während Männer mehr über unpersönliche Themen reden und auch häufiger dem Gesprächspartner widersprechen als Frauen.
Außerdem sind Männer im Gespräch mit Fremden bestimmender, während Frauen eher ihre kooperative Beziehung zum Gesprächspartner zum Ausdruck bringen. Handelt es sich dagegen um ein Gespräch mit engen Bezugspersonen, also Freunden oder Familienmitgliedern, unterschieden sich Männer und Frauen in ihrem Gesprächsverhalten kaum.
"Diese Ergebnisse widerlegen Vorurteile, dass das weibliche Gehirn schon darauf ausgelegt sei, Männer in Grund und Boden zu reden", sagen Leaper und Ayres. In Wirklichkeit hänge es eindeutig vom Gesprächskontext ab, ob Männer oder Frauen die Gesprächigeren seien. "Die Ergebnisse sprechen dafür, dass das Sprachverhalten eher von sozialen als von biologischen Einflüssen abhängt", lautet das Fazit der Sozialforscher.
Campbell Leaper und Melanie Ayres (Universität von Kalifornien in Santa Cruz): Personality and Social Psychology Review, Ausgabe 11, Seite 328
ddp/wissenschaft.de – Christine Amrhein


















