Wie man Nachbaruniversen findet
Kürzlich gefundenes "Loch" im Weltall könnte der Abdruck eines anderen Universums sein.
Im August meldeten Radioastronomen den Fund eines riesigen Lochs im Weltall – einer Blase mit einem Durchmesser von 900 Millionen Lichtjahren, in der sich wesentlich weniger Galaxien und Sterne befinden als in anderen Teilen des Universums. Nun hat eine Gruppe amerikanischer Astrophysiker eine Erklärung für das Phänomen gefunden: Der Hohlraum könnte durch die Einwirkung eines Nachbaruniversums kurz nach dem Urknall entstanden sein, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist.
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Nach Berechnungen von Forschern um Laura Mersini-Houghton von der University of North Carolina in Chapel Hill, die auf der String-Theorie beruhen, war unser Weltall kurz nach seiner Entstehung noch durch Quantenprozesse mit Nachbaruniversen verbunden, bevor diese durch die plötzliche inflationäre Ausdehnung unseres Kosmos außer Reichweite kamen.
Allerdings hätten diese Nachbaruniversen eine Art Abdruck hinterlassen, sagt Mersini-Houghton: "Sie sollten sich bei einer Rotverschiebung von weniger als eins manifestieren, was etwa der Hälfte des heutigen Alters des Universums entspricht." Die Nachbaruniversen hätten gegen unser Universum gedrückt und dadurch eine der Gravitation entgegengesetzte Kraft ausgeübt. Das habe die Materie stark ausgedünnt und die Entstehung von Galaxien erschwert. Zu ihrer Freude befindet sich das beobachtete "Loch" genau an der richtigen Stelle und hat auch die von ihr vorhergesagte Größe.
Aus Mersini-Houghtons Berechnungen ergeben sich zudem weitere Vorhersagen, die sich anhand von Beobachtungen überprüfen lassen. Zum Beispiel sollte es ein weiteres Loch genau auf der anderen Seite des Himmels geben. Auch für die kosmische Hintergrundstrahlung, ein Überbleibsel aus den frühesten Tagen des Universums, machen Mersini-Houghton und ihre Kollegen Vorhersagen. Die bereits totgesagte String-Theorie, derzufolge Elementarteilchen wie Quarks und Elektronen winzige Fäden in einem zehndimensionalen Raum sind, erhält durch die Berechnungen neuen Auftrieb.
Ute Kehse


















