Füttern macht fit
Vögel, die im Winter zusätzliche Nahrung bekommen, haben mehr Nachwuchs
Wenn Vögel im Garten über den Winter gefüttert werden, haben sie im nachfolgenden Frühling früher und mehr Nachwuchs. Außerdem steigen die Überlebenschancen der Tiere und ihr Gesundheitszustand verbessert sich insgesamt. Dies haben Gillian Robb von der Universität in Belfast und ihre Kollegen in Fütterungsexperimenten in Irland herausgefunden.
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Die Wissenschaftler um Robb wählten für ihr Experiment zehn jeweils zwölf bis vierzehn Hektar große Waldgebiete in Irland aus. Auf der Hälfte der Flächen installierten sie Futterstellen, die mit normalem Vogelfutter und Erdnüssen bestückt wurden. Sechs Wochen vor Beginn der Brutzeit stellten die Forscher die Nahrungslieferungen ein und beobachteten dann, in welcher Anzahl und wann die Vögel ihre ersten Eier legten und wie viele der Jungen ihre volle Größe erreichten.
Diese Zahlen verglichen die Wissenschaftler anschließend mit denen, die sie auf den unbefütterten Flächen erhoben hatten. Auf den Gebieten mit Futterstellen legten die Weibchen zwar die gleiche Anzahl Eier wie die Kontrollgruppe, im Durchschnitt aber 2,5 Tage früher. Außerdem überlebte meist ein Junges pro Nest mehr. Im Folgejahr wiederholten Robb und ihre Kollegen die Beobachtungen auf den Testgebieten, diesmal ohne zuvor gefüttert zu haben – und konnten keine Unterschiede im Zeitpunkt oder Erfolg der Brut feststellen.
Der Grund für das bessere Abschneiden der gefütterten Vögel liegt laut Robb in der besseren Nährstoffversorgung: Die Wissenschaftler versorgten die Tiere nicht nur mit Fett, Proteinen und Kohlenhydraten, sie führten ihnen über die Erdnüsse auch mehr Vitamine und Mineralstoffe zu. Diese Stoffe werden in der Leber gespeichert und bei der Eibildung an die Nachkommen weitergegeben. Der positive Effekt der Zufütterung erschöpft sich also nicht in der höheren Überlebenschance der Elterntiere, er sorgt auch für gesünderen und fitteren Vogelnachwuchs. Robb gibt allerdings zu bedenken, dass Winterfütterungen auch negative Folgen haben könnten: Zugvögel zum Beispiel könnten das Nachsehen haben, wenn sie im Frühjahr in ihre Brutgebiete zurückkehren und dort mehr Konkurrenten vorfinden als gewöhnlich.
Gillian Robb (Universität Belfast) et al.: Biology Letters, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1098/rsbl.2007.0622
ddp/wissenschaft.de – Livia Rasche


















