Eingeimpfter Fortpflanzungsstopp
Forscher wollen Malaria-Erreger sterilisieren und so die Ausbreitung der Krankheit verhindern
Die Ausbreitung von Malaria könnte mit Hilfe einer Impfung gestoppt werden, die den Erreger der Tropenkrankheit sozusagen sterilisiert. Grundlage dieser Idee ist eine Entdeckung, die ein britisch-amerikanisches Forscherteam in Tests mit Mäusen gemacht hat: Wird die Verschmelzung der männlichen und weiblichen Formen des Parasiten Plasmodium falciparum blockiert, können sich Stechmücken nicht mehr mit dem Erreger infizieren und ihn folglich auch nicht mehr weitergeben. Bei den Mäusen erwies sich die Strategie bereits als recht vielversprechend, berichten William Snell von der Universität von Texas in Dallas und seine Kollegen.
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Jede Form der geschlechtlichen Vermehrung hängt von zwei Schritten ab: dem Aneinanderheften einer männlichen und einer weiblichen Keimzelle sowie deren Verschmelzung miteinander zu einer neuen Zelle. Während jede Spezies für den ersten Schritt eigene, maßgeschneiderte Proteine verwendet, scheint der zweite Schritt in vielen Zellen gleichartig zu verlaufen, entdeckten die Forscher. So konnten sie ein Schlüsselprotein dieses Vorgangs, ein Eiweiß namens HAP2, nicht nur bei einzelligen Algen, sondern auch bei Mais, Weizen und in leicht veränderter Form sogar beim Malaria-Erreger nachweisen.
Diese Entdeckung sei die Grundlage der Idee für die neuartige Impfung, erklärt Studienleiter Snell. Seine Überlegung: Wenn die Vermehrung des Erregers von der Verschmelzung einer männlichen und einer weiblichen Zelle und damit von einem einzelnen Protein abhänge, müsste sich durch das Eliminieren genau dieses Proteins der gesamte Lebenszyklus des Parasiten unterbrechen lassen. Tatsächlich konnten er und seine Kollegen nachweisen, dass das Blockieren von HAP2 die Verschmelzung bei Plasmodium verhinderte. Zudem gaben Mäuse, die mit einer Plasmodium-Variante ohne HAP2 infiziert waren, die Erreger nicht mehr an Stechmücken weiter, zeigten weitere Tests.
Die Methode sei vor allem deswegen vielversprechend, weil sich das HAP2-Gen der Malaria-Erreger von dem der Säugetiere und des Menschen unterscheidet, erklärt Snell. Daher sei es prinzipiell möglich, die Plasmodium-Variante zu blockieren, ohne die des Menschen zu beeinträchtigen. Eine Impfung auf dieser Basis wäre vor allem als Ergänzung zu anderen Behandlungsmethoden zu sehen, da sie ausschließlich die Weitergabe des Erregers und nicht die Krankheit selbst bekämpfen würde. Ob es jedoch tatsächlich einmal eine solche Impfung geben wird, kann in diesem Stadium noch nicht beurteilt werden.
William Snell (Universität von Texas, Dallas) et al.: Genes & Development, Online-Vorabveröffentlichung vom 25. März
ddp/wissenschaft.de – Ilka Lehnen-Beyel


















