Frischer Fisch
Taucher finden ersten Vertreter einer neuen Familie der Armflosser
Vor Indonesien haben Taucher einen Fisch entdeckt, der zu einer bislang unbekannten Familie der Armflosser gehören könnte: Der Fisch besitzt beinartig geformte Flossen, mit denen er in kleine Spalten in Korallenriffen kriecht, und viele rüschenartige Hautfalten. Auffällig seien aber vor allem die nach vorne gerichteten Augen des Fisches, erklärt der amerikanische Biologe Ted Pietsch von der Universität von Washington. Damit besitzt der Fisch wahrscheinlich ein Sichtfeld, das dem des Menschen ähnelt, erläutert der Wissenschaftler. Anhand von Bildern identifizierte er das Tier als Vertreter einer bislang unbekannten Fischfamilie. Für genauere Analysen sei aber zunächst ein Exemplar des Fisches nötig, das genauer untersucht werden könne, legt Pietsch dar. Der Wissenschaftler gab dem Fisch auch einen vorläufigen Namen - "Maluku Anglerfisch".
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Zum ersten Mal sichteten Taucher im Januar dieses Jahres ein Exemplar des bislang unbekannten Fisches in den Gewässern vor der indonesischen Insel Ambon. Die Entdecker Buck und Fitrie Randolph, die ein Tauchunternehmen auf Ambon betreiben, fotografierten das Tier in rund vier Metern Tiefe und konnten seitdem noch drei weitere Vertreter dieser Meeresbewohner beobachten. Nachdem eigene Nachforschungen ergebnislos geblieben waren, wandte sich das Ehepaar an den Fischexperten Pietsch.
Dieser ist sich sicher, dass der neu entdeckte Fisch zur Ordnung der Armflosser gehört, die beispielsweise auch die Anglerfische umfasst. Allerdings konnte auch der Wissenschaftler den Fisch bislang keiner bekannten Fischfamilie zuordnen. Bestätigt sich seine Annahme, dass der Fisch einer neuen Familie angehört, so wäre damit nach rund 50 Jahren erstmals wieder ein Vertreter einer neuen Armflosserfamilie gefunden, erklärt Pietsch.
Viele Arten aus dieser Tierfamilie besitzen einen Scheinköder am Kopf, mit dem sie Beutetiere anlocken. Der neue Fisch besitzt keinen derartigen Fortsatz, sondern scheint sich seine Nahrung in den Spalten von Korallenriffen zu suchen, berichtet der Taucher David Hall, der seit der Entdeckung ebenfalls einige der Tiere beobachten konnte. "Die Fische müssen ziemlich widerstandsfähige Haut besitzen, weil sie sich dabei anscheinend nicht verletzen", schildert Hall. Obwohl die Fische bislang nur vor Ambon gesehen wurden, geht der Biologe Pietsch davon aus, dass die Tiere auch noch in anderen Gewässern der Umgebung vorkommen könnten.
Mitteilung der Universität von Washington, Seattle
ddp/wissenschaft.de – Markus Zens


















