Das heiße Innere der Venus
Raumsonde Venus Express entdeckt Hinweise auf aktive Vulkane auf dem Planeten
Auf der Venus könnte es aktive Vulkane geben, die große Mengen des Gases Schwefeldioxid in die Atmosphäre blasen. Darauf deuten Messungen der Raumsonde Venus Express hin. Wie die europäische Raumfahrtagentur Esa bekanntgab, registrierte die Sonde stark schwankende Schwefeldioxid-Konzentrationen in der oberen Atmosphäre des Planeten.
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Innerhalb weniger Tage sank die Schwefeldioxid-Menge in 70 bis 90 Kilometern Höhe um zwei Drittel. "Wir verstehen nicht, warum die Werte so wild variieren und warum überhaupt so viel Schwefeldioxid dort oben ist", sagt Jean-Loup Bertaux vom französischen Forschungsinstitut CNRS in Verrières-le-Buisson. Das Sonnenlicht müsste das Gas in großen Höhen eigentlich rasch zerstören. In einer tieferen Atmosphärenschicht in 35 Kilometern Höhe schwankte der Wert innerhalb von zwei Jahren insgesamt nur um 40 Prozent.
Die Messungen haben eine alte Diskussion angeheizt: Schon seit längeren argumentieren einige Planetenforscher, dass die hohen Schwefeldioxidwerte ein Anzeichen für aktiven Vulkanismus sind. Andere glauben, dass die verantwortlichen Vulkaneruptionen schon zehn Millionen Jahre her sind. Denn Schwefeldioxid kann in der Venus-Atmosphäre bis zu zwanzig Millionen Jahre überdauern, bevor es durch chemische Reaktionen mit dem Krustengestein zerstört wird. In der Erdatmosphäre regiert eine andere Chemie, dort verschwindet das Gas innerhalb weniger Jahre aus der Luft.
Jean-Loup Bertaux ist deshalb skeptisch, ob die Werte wirklich ein Indiz für derzeit aktive Vulkane sind. "Erklären können wir die Schwankungen aber auch nicht", gibt er zu. Er und seine Kollegen wollen nun nach weiteren Hinweisen suchen. Wenn sich hohe Schwefeldioxidwerte zum Beispiel in einer Gegend des Planeten konzentrieren, könnte das auf die Eruptionswolke eines Ausbruchs hindeuten. Ein Instrument von Venus Express, das Wärmestrahlung misst, könnte auch die Hitze frisch ausgeströmter Lava registrieren. Pierre Drossart vom Observatoire de Paris, der die Wärmemessungen auswertet, berichtet: "Bislang ist aber noch keine Wärmeanomalie gefunden worden."
Meldung der ESA
Ute Kehse



















