Nichts dran am Nichts
Neue Analyse zeigt: Vermeintliches Loch im Universum ist nur ein statistisches Artefakt
Das Universum hat doch kein Loch: Der Hohlraum mit einem Durchmesser von einer Milliarde Lichtjahren, dessen Entdeckung amerikanische Astronomen im August 2007 vermeldeten, existiert wahrscheinlich gar nicht. Ein anderes Forscherteam hat die vorhandenen Daten neu analysiert und dabei keinen leeren Raum gefunden, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist.
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Die Nachricht über den kosmischen Hohlraum schockierte die Astrophysiker 2007: Das Vorhandensein eines so riesigen Lochs war mit derzeitigen kosmologischen Theorien nicht zu erklären. Das ließ exotische Hypothese ins Kraut schießen: Einige Astronomen spekulierten bereits, das "Loch" sei der Abdruck eines anderen Universums.
Doch nun sagen Kendrick Smith von der University of Cambridge und Dragan Huterer von der University of Michigan, die leere Blase sei nur eine Fehlinterpretation. Lawrence Rudnick und Kollegen hatten das vermeintliche Nichts zuerst als kalten Fleck in der kosmischen Hintergrundstrahlung ausgemacht. Anschließend hatten sie Radiowellen aus der gleichen Region aufgefangen und daraus die Menge an vorhandenen Galaxien bestimmt. Sie kamen zu dem Schluss, dass die Gegend ziemlich leer sein muss.
Allerdings ist ein Hohlraum im Universum nicht so leicht zu erkennen, weil der Blick auf ihn durch Sterne und Galaxien im Vordergrund und auch im Hintergrund gestört wird, heißt es im New Scientist. Rudnick und seine Kollegen hatten daher bestimmte Annahmen über die Leuchtkraft der zu zählenden Galaxien getroffen. Smith und Huterer machten nun andere, aber ebenso gültige Annahmen und kamen zu einem völlig anderen Ergebnis: Ihrer Meinung nach gibt es in der verdächtigen Region ebenso viele Galaxien wie woanders auch. Zudem stimme das vermeintliche Loch nicht genau mit dem kalten Fleck in der Hintergrundstrahlung überein, sagen die Forscher.
Die Beobachtung mit optischen Teleskopen könnte helfen, die Diskrepanz aufzuklären: Mit ihrer Hilfe könnte man eine dreidimensionale Karte des Lochs anfertigen und herausfinden, ob dort wirklich nichts ist.
Ute Kehse

















