Elegante Elefanten
Die Rüsseltiere bewegen sich nicht so schwerfällig, wie ihre Statur vermuten lässt
Elefanten weisen trotz ihres unbeweglich wirkenden Körperbaus ähnliche Bewegungsmuster auf wie die vergleichsweise leichtfüßigen Pferde. Das haben Forscher um John Hutchinson vom Royal Veterinary College in London herausgefunden, als sie an 15 Elefanten die Koordinationsmuster von einzelnen Gliedmaßen und Gelenkbewegungen untersuchten. Die Beobachtungen der Wissenschaftler könnten zur Früherkennung von Skelettmuskelerkrankungen genutzt werden.
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Elefanten können ihre Fortbewegung ohne sichtbare Änderung der Gangart beschleunigen, hatten Forscher in früheren Studien bereits gezeigt. Im Vergleich zu kleineren Tieren wie zum Beispiel Pferden, die ihre Gangart abrupt der aktuellen Geschwindigkeit anpassen und etwa vom Trab in den Galopp wechseln, vollzieht sich die Beschleunigung bei den Dickhäutern in flüssigen Übergängen von geschwungenen zu hoppelnden Bewegungen, was zu einem geschmeidigen Bewegungsablauf führt.
Diese Erkenntnis steht im Gegensatz zur landläufigen Meinung, nach der sich Elefanten eher schwerfällig bewegen. Die Wissenschaftler um Hutchinson untersuchten die Bewegungsabläufe nun näher und zeichneten dazu die Bewegungen von acht asiatischen und sieben afrikanischen Elefanten mit einem Gewicht zwischen 500 Kilogramm und mehr als 3,5 Tonnen auf. An den Gelenken der Vorder- und Hinterbeine befestigten die Forscher Marker aus Infrarotlicht reflektierendem Klebeband, so dass sie die Position der einzelnen Glieder und Gelenke mit einer Infrarotkamera erfassen konnten. Die Forscher filmten 288 Schritte jedes Elefanten mit Geschwindigkeiten zwischen 2 und 17 Kilometern pro Stunde.
Die Bewegungsanalyse zeigte, dass die Tiere den Spielraum ihrer Gelenke beinahe komplett ausnutzen und fast genauso beweglich sind wie trabende Pferde. Beide Elefantenarten unterschieden sich hierbei nicht voneinander. Diese Beobachtungen sprächen dafür, dass der stark vereinfachte Vergleich von Elefantenbeinen mit statischen Säulen, die nur dazu dienen, Gewicht zu stützen, nicht gerechtfertigt sei, erklären die Forscher.
John Hutchinson (The Royal Veterinary College in London) et al: Journal of Experimental Biology, Bd. 211, S. 2735
ddp/wissenschaft.de – Sonja Römer


















