Wirbel auf der Sonne
Astronomen entdecken Plasmahurrikane auf der Oberfläche
Astronomen haben auf der Sonne Plasmastrudel von der Größe irdischer Hurrikane entdeckt. In diesen Wirbeln dringen die heißen Plasmateilchen zunächst in höhere Schichten an der Oberfläche der Sonne vor, geben dort ihre Energie ab und strudeln abgekühlt wieder tiefer hinab, haben spanische Forscher um Jose Bonet vom astrophysikalischen Institut der Kanarischen Inseln auf Teneriffa herausgefunden. Sie beobachteten insgesamt 138 dieser Strudel mit Durchmessern von rund 500 Kilometern. Sie hoffen nun, mit Hilfe der Entdeckung besser erklären zu können, wie der Energieaustausch auf der Sonne funktioniert.
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Die Forscher suchten die äußere Oberfläche der Sonne mit dem schwedischen Ein-Meter-Sonnenteleskop auf La Palma ab. Es hat eine Auflösung, mit der noch 90 Kilometer große Strukturen erkannt werden können. Mit dem Teleskop suchten die Astronomen nach den bislang nur theoretisch vorhergesagten Plasmawhirlpools. Sie beobachteten auffällige helle Flecken im Sonnenplasma und verfolgten deren Bewegung, die einem ähnlichen Muster folgte wie die eines Hurrikans auf der Erde.
Die gigantischen Strudel waren allerdings nur rund fünf Minuten stabil: In dieser Zeit brachte das heiße Sonnenplasma Energie in die oberen Oberflächenschichten und fiel nach der Wärmeabgabe abgekühlt wieder ab. Diese Abwärtsbewegung treibt die hurrikangroßen Wirbel an, berichten die Forscher. Mit ihren Erkenntnissen können die Forscher die astrophysikalischen Modelle der brodelnden Sonnenhülle bestätigen und verfeinern.
New Scientist, Onlinedienst
Orignialarbeit der Forscher: Jose Bonet (Astrophysikalisches Institut der Kanarischen Inseln auf Teneriffa) et al.: The Astrophysical Journal Letters, in press
ddp/wissenschaft.de – Martin Schäfer

















