Stiller Tod auf dem Mars
Landefähre Phoenix schweigt seit dem 2. November
Die Mission der Mars-Landefähre Phoenix ist beendet: Seit dem 2. November konnte das Bodenteam keinen Kontakt mehr mit der Sonde aufnehmen. Auf der Nordhemisphäre des Mars beginnt jetzt der Herbst: Die Tage werden kürzer, Staubstürme verdunkeln den Himmel und die Temperaturen sinken. Phoenix Solarzellen liefern daher nicht mehr genug Strom, meldet die Raumfahrtagentur Nasa.
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Inzwischen hat das Team die Hoffnung aufgegeben, die Sonde noch einmal aus ihrem Winterschlaf wecken zu können, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist. Die Orbiter Mars Odyssey und Mars Reconnaissance Orbiter versuchen bereits seit Tagen vergeblich, die Landefähre anzufunken. Weil sich das Wetter immer weiter verschlechtert, seien die Chancen gering, dass die Batterien noch einmal aufgeladen werden. In den kommenden Monaten werden die Temperaturen am Landeplatz von Phoenix in der Nähe des Mars-Nordpols auf minus 150 Grad Celsius sinken, und vermutlich wird sich gefrorenes Kohlendioxid über den kleinen Roboter legen.
Dieser Kälteschock könnte Phoenix dauerhaft beschädigen: Dem New Scientist zufolge rechnet das Nasa-Team damit, dass die Sonnensegel abfallen und die Umhüllung der elektronischen Bauteile durch die Kälte spröde wird und womöglich zerbröselt. Dennoch will das Team im Oktober 2009 einen neuen Versuch wagen, die Sonde zum Leben zurückzurufen.
Die beteiligten Wissenschaftler beginnen nun mit der Analyse der zahlreichen Daten und Bilder. Die ersten Ergebnisse versetzten die Forscherwelt bereits in Aufregung: Am 4. August wies Phoenix erstmals Wassereis im Marsboden nach. Zudem entdeckten die chemischen Sensoren die Substanz Perchlorat, die hypothetische Mars-Mikroben als Energiequelle nutzen könnten. Der Boden in der Umgebung der Landefähre enthält zudem grundlegende Nährsalze, und er ist nicht sauer, wie an anderen Stellen des Planeten, sondern alkalisch. Auch Kalk und Ton fand die Sonde – Gesteine, die auf der Erde nur in Anwesenheit von flüssigem Wasser entstehen.
Der Direktor des Mars-Programms der Nasa, Doug McCuistion, zeigte sich zufrieden mit der 152 Tage dauernden Mission: "Der Mars Phoenix Lander hat unsere Hoffnungen beflügelt, zeigen zu können, dass der Mars einst lebensfreundlich war und auch tatsächlich Leben beherbergte."
Mitteilung der Nasa
Ute Kehse


















