Was Elefanten bewegt
Die Wander- und Ruhemuster der Dickhäuter hängen von ihrem sozialen Status ab
Die Wanderrouten von Elefanten geben Hinweise auf ihr inneres Befinden: Die Zufälligkeit und die Ruhezyklen dieser Bewegungen spiegeln den sozialen Status und die Umweltbedingungen wider. Das haben amerikanische Wissenschaftler um George Wittemyer von der Staatsuniversität von Colorado in Fort Collins bei der Beobachtung freilebender Elefanten herausgefunden.
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Die Forscher sammelten sechs Monate lang Daten von sieben kenianischen Elefanten, die ihre mit einem GPS-Gerät bestimmten Positionen über einen Sender übermittelten. Die Forscher konnten so die Bewegungsmuster der Tiere mit den Veränderungen der Vegetation in dem Areal vergleichen, in dem die Dickhäuter lebten. War die Nahrung knapp, waren die Bewegungen deutlich systematischer als bei einem reichhaltigen Nahrungsangebot, da die Tiere sich gezielt auf die Futtersuche machen mussten.
Während die drei dominanten Elefanten im ganzen Untersuchungszeitraum je einen Rast- und Bewegungszyklus pro Tag einhielten, änderten die untergeordneten Dickhäuter ihren Tagesrhythmus von zwei Zyklen in der Trockenzeit auf nur einen Zyklus in der Regenzeit. In der Trockenperiode herrscht ein verstärkter Wettstreit um Futter, daher müssen die untergeordneten Elefanten ihren Ruherhythmus anpassen, um genug Nahrung zu finden, erläutert Wittemyer. Generell legen die dominanten Individuen in der Trockenzeit nur halb so große Distanzen zurück wie die untergeordneten Tiere.
Ein Vergleich der Bewegungsmuster mit weiteren Landschaftsdaten zeigte ebenfalls einen starken Zusammenhang zwischen den Geländemerkmalen der durchstreiften Landschaft und den Bewegungen der Elefanten. In der Trockenzeit müssen die Elefanten ihr Naturschutzgebiet verlassen, um weitere Gebiete nach Futter zu durchsuchen. Dadurch sind sie menschlicher Bedrohung ausgesetzt, was die Wissenschaftler ebenfalls aus den Bewegungsmustern ablesen konnten. So bewegten sich besonders sozial niedrig stehende Dickhäuter außerhalb der sicheren Gebiete auf zufälligeren Pfaden. Dadurch sei ihr Verhalten für Feinde schwerer zu durchschauen und vorherzusagen, erklärt Wittemyer.
George Wittemyer (Colorado State University) et al.: PNAS, Online-Vorabveröffentlichung, DOI:10.1073/pnas.0801744105
ddp/wissenschaft.de – Stefan Pröll


















