Schlechte Schleich-Bilanz
Der Gang von Katzen ist nicht besonders energiesparend
Der schleichende Gang einer Katze wirkt zwar elegant, ist aber sehr ineffizient: Die Tiere benötigen für ihr gleichmäßiges Gleiten relativ betrachtet viel mehr Energie als beispielsweise Hunde, die dank eines geschickten Wechsels aus Auf- und Ab-Bewegungen äußerst energiesparend laufen. Das haben drei US-Forscher entdeckt, als sie sechs Hauskatzen auf einem Laufband laufen ließen und deren Bewegungen dabei detailliert aufzeichneten. Offenbar stand also für die Katzen im Gegensatz zu den Hunden während ihrer Evolution die Verbesserung der Energieeffizienz nicht an erster Stelle – sie scheinen mehr davon profitiert zu haben, einen unauffälligen Gang zu entwickeln, der ihnen ein sehr langsames Anschleichen an ihre Beute ermöglicht.
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Bewegungen verzehren bei Tieren einen Großteil der verfügbaren Energiereserven. Daher sollte die Entwicklung von möglichst effizienten Bewegungsabläufen während der Evolution oberste Priorität haben, lautet eine gängige Theorie. Tatsächlich gibt es eine Reihe von Untersuchungen, die diese These stützen. So nutzen beispielsweise Hunde ein pendelartiges Bewegungssystem, bei dem sich der Körperschwerpunkt auf und ab bewegt und die Bewegungsenergie dabei kurzfristig als potenzielle Energie gespeichert wird. Das ermöglicht es den Tieren, die von den Muskeln geleistete Arbeit um bis zu 70 Prozent zu reduzieren und so ihre Ressourcen zu schonen.
Bei Katzen sieht die Situation jedoch anders aus: Sie schaffen lediglich 37 Prozent Energie-Einsparung – und das auch nur, wenn sie sich nicht auf der Pirsch befinden. Dann halten sie ihren Körperschwerpunkt nämlich noch dichter am Boden als sonst und verändern zudem das Muster, in dem sie ihre Pfoten auf den Boden stellen, konnten Bewegungsexperte Daniel Schmitt und seine Kollegen nun zeigen. Dadurch gleichen sich die Bewegungen von Vorder- und Hinterteil gegenseitig aus und es entsteht eine gleichmäßig gleitende Bewegung. Der Nachteil dieses Systems: Die Rückgewinnung der mechanischen Energie verringert sich deutlich.
Hunde sind ähnlich wie Menschen oder Pferde darauf spezialisiert, lange Strecken in einer gleichmäßigen Geschwindigkeit zu laufen, erläutern die Forscher. Bei Katzen als typischen Lauerjägern spielt der Ausdauerlauf hingegen nur eine untergeordnete Rolle. Es ist also nicht immer zwangsläufig die Energieeffizienz, die im Vordergrund der Evolution steht, so ihre Schlussfolgerung: Je nach Lebensweise des Tieres können andere Bedürfnisse in Konflikt mit dem Energiesparkonzept geraten und es sogar in den Hintergrund drängen.
Daniel Schmitt (Duke-Universität, Durham) et al.: PLoS One, Bd. 3, Nr. 11, Artikel e3808
ddp/wissenschaft.de – Ilka Lehnen-Beyel


















