Schwarz und Weiß mit Zwischentönen
In den USA prägt Hautfarbe noch immer die soziale Selbsteinschätzung
In der Selbstwahrnehmung vieler Amerikaner wird die Hautfarbe noch immer als ein Faktor für den sozialen Status wahrgenommen. Das haben amerikanische Forscher bei der Auswertung von Daten einer großen statistischen Analyse mit mehr als 12.000 Probanden gezeigt – darunter auch viele, deren Zuordnung zu einer Hautfarbe nicht eindeutig ist: Wer in den vergangenen zwei Jahrzehnten einen sozialen Aufstieg erlebt hat, neigt eher dazu, sich als weiß einzustufen. Wer hingegen einen sozialen Abstieg erlebt hat, sieht sich eher als Schwarzer.
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Die Arbeit der beiden Sozialwissenschaftler stützt sich auf die "National Longitudinal Survey of Youth", eine Studie, in der mehr als 12.000 Amerikaner quer durch alle Bevölkerungsschichten seit 1979 in regelmäßigen Abständen befragt wurden. Neben Daten zur familiären und wirtschaftlichen Situation hatten die Interviewer auch jeweils die Hautfarbe der Probanden in den Fragebögen zu erfassen. Zur Auswahl stand dabei "Schwarz", " Weiß" und "Sonstige". Während die Interviewer bei den meisten Befragungen auch in nicht eindeutigen Fällen zu entscheiden hatten, mussten bei zwei Interviews, 1979 und 2002, die Probanden selbst die Frage nach ihrer ethnischen Herkunft beantworten.
Generell zeigte sich ein deutlicher Zusammenhang mit dem sozialen Auf- oder Abstieg, den die Probanden zwischen den Befragungen erlebt hatten: So stuften die Interviewer die Probanden eher als weiß ein, wenn diese aufgestiegen waren. Nach einem sozialen Abstieg hingegen tauchten manche Befragten, die in den Jahren zuvor noch als Weiße gegolten hatten, in der Statistik nun als Schwarze auf.
Diese Trends konnten die Wissenschaftler jedoch auch in der Selbsteinschätzung der Probanden wiederfinden: Von den Probanden, die sich 1979 als weiß eingestuft und seither einen sozialen Einbruch erlebt hatten, bezeichneten sich 2002 nur noch 93 Prozent als weiß. Gab es jedoch keinen solchen Einbruch in den Lebensbedingungen, bezeichneten sich gut zwei Jahrzehnte später noch 97 Prozent nach wie vor als weiß. Diese Ergebnisse zeigten, wie solche an die Hautfarbe gekoppelten Stereotypen noch immer in der Gesellschaft verankert seien und auch die Selbstwahrnehmung beeinflussten, schreiben die Forscher.
Andrew Penner (Universität von Kalifornien, Irvine) et al.: PNAS, Bd. 105, S. 19628
ddp/wissenschaft.de – Ulrich Dewald

















