Attraktives Accessoire: Spendierhosen
Ein lockerer Geldbeutel lockt Frauen an, denn ein finanzkräftiger Mann symbolisiert einen guten Versorger
Männer scheinen vor allem deshalb manchmal über ihre finanziellen Verhältnisse zu leben, damit sie neue Partnerinnen gewinnen. Denn hohe Geldausgaben könnten im Sinne der Evolutionstheorie sinnvoll sein, um möglichen Sexualpartnern zu zeigen, dass man ein guter Versorger ist und eine Familie ernähren kann. Das ist zumindest die Theorie des Psychologen Daniel Kruger von der University of Michigan in Ann Arbor (USA). In einer Studie konnte er jetzt belegen, dass Männer, die zu hohen Geldausgaben neigen, in der Vergangenheit mehr Partner hatten als Männer mit konservativen Finanzstrategien. Außerdem wünschten sie sich auch für die Zukunft mehr Partner.
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In seiner Untersuchung befragte Kruger 100 Männer und 309 Frauen im Alter von 18 bis 45 Jahren am Telefon. Um ihre finanzielle Risikobereitschaft zu bewerten, wurden die Teilnehmer zum Beispiel gefragt, ob sie jeden Monat einen bestimmten Geldbetrag sparen oder ob sie häufig ihre Kreditkarte überziehen würden. Ihr Partnerverhalten wurde mit Fragen erfasst wie: "Wieviele Sexualpartner hatten Sie in den vergangenen fünf Jahren?" und "Wieviele Sexualpartner möchten Sie in den nächsten fünf Jahren haben?"
Bei den Männern bestand hier ein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen der Neigung zu hohen Geldausgaben und der Zahl der Sexualpartner in der Vergangenheit – und ebenso zur Anzahl der in Zukunft gewünschten Partner. Dies galt auch, nachdem andere Einflussgrößen wie Alter, Bildungsgrad und ehelicher Status statistisch herausgerechnet worden waren. So hatten die 25 Prozent der Männer, die das konservativste Finanzverhalten angaben, im Durchschnitt drei Partner in den letzten fünf Jahren und wünschten sich in der Zukunft nur eine Partnerin. Bei Männern mit verschwenderischem und riskantem Finanzverhalten lagen diese Zahlen dagegen doppelt so hoch.
Verheiratete Männer berichteten zwar im Vergleich zu Singles über weniger Sexualpartner in den vergangenen fünf Jahren, dennoch zeigten sich die gleichen Zusammenhänge auch bei ihnen. Bei den Frauen der Stichprobe war dagegen kein Zusammenhang zwischen Geldausgeben und Partnerverhalten zu erkennen.
"Männer galten in früheren Zeiten vor allem dann als attraktive Partner, wenn sie gute Ernährer waren", erklärt Kruger. "In der heutigen Zeit zeigen sie ihre Fähigkeiten nun, indem sie viele Konsumgüter kaufen." Auf diese Weise versuchten Männer, sich gegenseitig zu überbieten und dadurch ihren eigenen Status zu erhöhen, so Kruger. Dies könnte auch eine der Ursachen für die gegenwärtige Finanzkrise sein, meint der Wissenschaftler: "Wenn die Menschen mehr Geld verdienen und jeder ständig beweisen will, dass er besser ist als der Durchschnitt, werden die Erwartungen eben immer höher geschraubt."
Daniel Kruger (University of Michigan, Ann Arbor): Evolutionary Psychology, Bd. 6 (4), S. 603
ddp/wissenschaft.de – Christine Amrhein

















