Echte Hohlköpfe
Die Nebenhöhlen der Dinosaurier waren zum Teil größer als das Gehirn
Dass Dinosaurier ein Spatzenhirn hatten, wissen Paläontologen schon lange. Nun fanden Lawrence Witmer und Ryan Rydgeley heraus, dass die Schreckensechsen außerdem Hohlköpfe waren: Die riesigen Schädel von Tyrannosaurus rex und seinen Verwandten waren voll mit Nebenhöhlen. Diese Hohlräume, die eine ähnliche Funktion hatten wie Stirnhöhlen, Nasennebenhöhlen und Kiefernhöhlen beim Menschen, nahmen mehr Platz ein als das Gehirn, berichten die Forscher.
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Witmer und Rydgeley untersuchten die Schädelknochen von zwei Raubsauriern und zwei gepanzerten Pflanzenfressern mit Hilfe der Computertomographie. So konnten sie dreidimensionale Modelle der Schädel herstellen. Das half ihnen dabei, die Anatomie der oberen Atemwege zu verstehen.
Wie die Forscher berichten, war der Schädel der beiden untersuchten Raubsaurier – Tyrannosaurus rex und einer Art namens Majungasaurus – von Nebenhöhlen nur so durchlöchert. Die Forscher vermuten, dass die Hohlräume zum einen den Zweck hatten, Gewicht einzusparen. Zum anderen verliehen sie den gewaltigen Schädeln trotz dieser Leichtbauweise eine große Stabilität. Das Haupt von T. rex wog nach den Berechnungen von Witmer und Ridgeley immerhin eine halbe Tonne.
Auch bei den beiden untersuchten Ankylosauriern fiel den Forschern eine Besonderheit auf: Die oberen Atemwege nahmen einen ziemlich verschlungenen Weg durch den Kopf. Witmer und Ridgeley vermuten, dass diese Schleifen und Windungen wie ein Wärmetauscher funktionierten. In der Nähe verliefen größere Blutgefäße, die durch die einströmende Luft gekühlt worden sein könnten. Außerdem dienten die kolossalen Riechorganen womöglich auch als Resonanzkörper für Töne, mit denen sich die Ankylosaurier verständigten.
Lawrence Witmer und Ryan Rydgeley (Ohio University, Athens): The Anatomical Record, Bd. 291, S. 1362
Ute Kehse


















