Des Pergaments Kern
Forscher arbeiten an DNA-Tests für alte Dokumente
Tier-DNA aus Pergamenten könnte zur Datierung und Herkunftsbestimmung von mittelalterlichen Manuskripten dienen. Das sagt der US-Wissenschaftler Timothy Stinson von der Staatsuniversität von North Carolina in Raleigh. Der Forscher sucht nach entsprechenden biotechnologische Methoden, mit denen sich herausfinden lässt, woher ein Pergament stammt und wie alt es ist.
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Bevor sich im späten Mittelalter das Papier durchsetzte, wurde in der westlichen Welt hauptsächlich auf Pergament, das aus Tierhaut hergestellt wird, geschrieben. Stinson will nun zunächst DNA-Proben aus Pergamentbüchern mit bekanntem Herkunftsort und -datum extrahieren. Er erhofft sich dabei eine reiche Ausbeute, da in einem einzigen mittelalterlichen Pergamentbuch Häute von über 100 Tieren verarbeitet sein können.
Mit dabei gefundenen DNA-Markern, also bestimmten, für diesen Zweck geeigneten Gensequenzen, wird eine Datenbank erstellt, mit der später DNA-Proben aus anderen Manuskripten verglichen werden können. Werden dabei Ähnlichkeiten gefunden, kann dies auf den Ursprung der unbekannten Schriftstücke hindeuten, lautet Stinsons Idee.
Das historische Einordnen mittelalterlicher Handschriften ist bislang meist ein mühsames Unterfangen mit unsicheren Ergebnissen. Die technischen Methoden aus dem Standardrepertoir der medizinisch-biologischen Forschung könnten helfen, mehr darüber zu erfahren, wie Bücher im Mittelalter hergestellt, gehandelt und verbreitet wurden, glaubt Stinson.
Mitteilung der Staatsuniversität von North Carolina
ddp/wissenschaft.de – Martin Rötzschke


















