Ein Planet zum Anfassen
Europäische Forscher entdecken extrasolaren Gesteinsplaneten
Europäische Wissenschaftler haben erstmals mit dem Satelliten "CoRoT" einen Gesteinsplaneten außerhalb des Sonnensystems entdeckt. Der bislang kleinste bekannte extrasolare Planet trägt den Namen CoRoT-Exo-7b und ist knapp zweimal so groß wie die Erde. Er umkreist seinen sonnenähnlichen Zentralstern in nur zwanzig Stunden. Das teilt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit, das die On-Board-Software von CoRoT entwickelt hat und an der wissenschaftlichen Auswertung der Daten beteiligt ist.
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Wegen der großen Nähe zu seiner Sonne wird die Temperatur auf dem Planeten auf über 1.000 Grad Celsius geschätzt. Mit diesen Eigenschaften unterscheidet sich CoRoT-Exo-7b grundsätzlich von den meisten bisher entdeckten 330 Planeten, die in der Regel riesige Gasplaneten, so genannten heiße Jupiter sind. Noch kennen die Forscher die genaue Dichte von CoRoT-Exo-7b nicht. Nach den bisherigen Kenntnissen könnte es ein Gesteinsplanet ähnlich wie unsere Erde sein oder ein mit Lava bedeckter Planet.
Möglich ist auch, dass er zur Hälfte aus Wasser und zur Hälfte aus Stein besteht und eine extrem heiße und dichte Wasserdampf-Atmosphäre besitzt. CoRoT-Exo-7b und sein Zentralstern sind 400 Lichtjahre von der Erde entfernt. "Die Entdeckung eines so kleinen Planeten ist eine echte Sensation. Damit haben sich die Erwartungen, die wir in CoRoT gesetzt haben, voll erfüllt", sagt Heike Rauer, Projektleiterin CoRoT beim DLR.
CoRoT sucht nach extrasolaren Planeten mit der Transitmethode. Dabei misst das Weltraumteleskop über eine längere Periode die Helligkeitsschwankungen von Sternen. Der Grund für eine solche Schwankung kann ein Planet sein, der vor der Sonne herwandert und diese minimal, aber messbar, verdunkelt. Forscher bezeichnen diese Konstellation als Planetentransit. Eine Veränderung der Helligkeit eines Sterns kann jedoch verschiedene Ursachen haben. Deshalb muss jeder Planetenkandidat, der den Forschern aus den Lichtkurvenmessungen ins Netz geht, durch mehrere Nachfolgemessungen bestätigt werden. Diese Nachfolgebeobachtungen werden von einem Netzwerk großer erdgebundener Teleskope übernommen, unter anderem auch von der Thüringer Landessternwarte in Tautenberg.
CoRoT war im Dezember 2006 vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet und ist die erste Satellitenmission, die nach Gesteinsplaneten außerhalb des Sonnensystems sucht. Der Satellit hat ein Teleskop an Bord und befindet sich auf einer polaren Umlaufbahn um die Erde in einer Höhe rund 900 Kilometer. Die Mission wird von der französischen Raumfahrtagentur CNES geleitet, beteiligt sind Forscher der ESA und anderen Forschungsinstituten aus Belgien, Brasilien, Deutschland, Österreich, Spanien.
Pressemitteilung des DLR
ddp/wissenschaft.de


















