Mitleidige Sippe
Fähigkeit zu Empathie ist bei Mäusen erblich
Die Fähigkeit, Mitleid zu empfinden, ist bei Mäusen genetisch bedingt. Das haben US-Forscher in einem Experiment gezeigt, bei dem eine Sippe von besonders geselligen Mäusen das Leiden anderer als unangenehm empfand. Andere, genetisch verschiedene Mäuse zeigten hingegen kein Mitleid.
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Die Forscher ließen Mäuse einen 30 Sekunden langen Ton hören und verpassten ihnen dabei einen leichten Stromschlag. Auf diese Weise lernten die Mäuse, mit den Ton mit etwas Unangenehmen zu assoziieren: Die Tiere wurden immer ängstlich, wenn der Ton ertönte. Dieses Training schlug jedoch nicht nur bei den direkt betroffenen Mäusen an: Auch Mäuse aus einer bestimmten genetischen Linie, die das Experiment aus dem Nachbarkäfig beobachteten und das Versuchstier vor Schreck quieken hörten, fürchteten sich fortan vor dem Ton. Das erklären die Forscher mit Empathie für das unter Strom gesetzte Tier.
Bei diesen mitleidigen Mäusen handelte es sich um verwandte, besonders sozial aktive Tiere. Mäuse aus einer anderen genetischen Linie zeigten hingegen kein vergleichbares Verhalten. Daraus schließen die Forscher, dass das Mitleid eine direkte genetische Ursache hat. Künftige Studien könnten die genetischen Unterschiede zwischen mitleidigen Mäusen und Tieren, die zu diesem Gefühl nicht in der Lage sind, bestimmen und ein genaueres Verständnis des Zusammenhangs ermöglichen, erklären die Wissenschaftler.
Jules Panksepp (University of Wisconsin in Madison) et al.: PLoS ONE (DOI: 10.1371/journal.pone.0004387)
ddp/wissenschaft.de – Martin Rötzschke


















