Pendelnde Pinguine
Veränderte Ozeanströme machen aus Pinguinen Langstrecken-Pendler
Auf der Suche nach Nahrung schwimmen Magellan-Pinguine heute vierzig Kilometer weiter als noch vor einem Jahrzehnt. Das hat die US-Biologin Dee Boersma von der Universität von Washington in Seattle an einer Pinguinkolonie in dem Tierschutzreservat Punta Tomba in Argentinien beobachtet. Nahrungsknappheit und Umweltveränderungen verringerten die Population der Kolonie in den vergangenen 22 Jahren um 20 Prozent.
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Mehr als 25 Jahre lang hatte die Forscherin die Magellan-Pinguine an der argentinischen Atlantikküste studiert. Der lange Weg, den ein Pinguin täglich auf der Suche nach Sardellen zurücklegen muss, während sein Brutpartner das Nest hütet und hungert, schmälert den Bruterfolg der Tiere. Heute zählt die Kolonie nur noch 200.000 Brutpaare. Finden die Vögel außerdem durch Überfischung der Atlantikgewässer nicht genug Futter in ihrem Winterquartier, kehren sie im darauf folgenden Frühjahr nicht zu ihren Brutstätten zurück.
Veränderte Ozeanströmungen zwingen Pinguine ebenfalls dazu, in anderen Gebieten nach Fischen Ausschau zu halten. Die Wissenschaftlerin entdeckte, dass hungrige Tiere bis zu 400 Kilometer weiter nördlich neue Kolonien gründeten. Von dort kehrten sie sowohl später als auch in schlechterer Verfassung zu den Brutgebieten zurück. Oft überschwemmt dann heftiger Regen die Nester und bedroht Pinguineier und -küken. Fünfmal allein in den vergangenen 25 Jahren fielen zwischen Oktober und Dezember nahezu 64 Liter Regen pro Quadratmeter.
Von insgesamt 17 Pinguinarten sind mittlerweile zwölf Arten von einem Rückgang der Population betroffen. Lediglich die Bestände von Kaiserpinguinen, Königspinguinen, Adeliepinguinen, Kehlstreifenpinguinen und Zwergpinguinen sind noch vergleichsweise stabil.
US-Biologin Dee Boersma (University of Washington): AAAS Jahrestreffen 2009
ddp/wissenschaft.de – Helmine Braitmaier


















