Mehr Hilfe zur Selbsthilfe
Earth Institute kritisiert ineffiziente Hungerhilfe für Afrika
Noch immer geben Industrieländer zu viel Geld für teure Lebensmitteltransporte nach Afrika aus, anstatt nachhaltige landwirtschaftliche Entwicklung vor Ort zu finanzieren. Der Entwicklungsforscher Pedro Sanchez verdeutlicht die Ineffizienz dieser besonders von den USA praktizierten Methode jetzt mit einige Zahlen: Afrikaner mit einer Tonne Mais aus den USA zu versorgen, kostet im Schnitt 812 Dollar. Demgegenüber stehen 135 Dollar, die nötig wären, um die Produktivität von Maisfeldern vor Ort um eine Tonne zu steigern und die Situation der Bevölkerung nachhaltig zu verbessern. Auch das Einkaufen derselben Menge Mais auf afrikanischen Märkten für 320 Dollar wäre noch deutlich billiger als die Verschiffung von amerikanischem Mais.
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Nur 10 Prozent der Hungernden in Afrika sind von einer akuten Notlage aufgrund von Kriegen oder Naturkatastrophen betroffen, erklärt Sanchez. Die übrigen 90 Prozent sind chronisch unterernährt und leben meist auf kleinen Farmen. Diesen Menschen wäre zu helfen, indem man sie landwirtschaftlich weiterbildet oder ihnen Zugang zu Märkten, Dünger und hochwertigem Saatgut ermöglicht. Diese Maßnahmen seien erwiesenermaßen kostengünstiger als der Transport von Nahrungsmitteln aus anderen Kontinenten. Zudem ermöglichen sie der Bevölkerung, sich weiterzuentwickeln und bald auf eigenen Füßen zu stehen.
Dennoch investierten die USA im Jahr 2006 nur 60 Millionen Dollar in landwirtschaftliche Entwicklung – von über einer Milliarde Dollar, die sie insgesamt für Ernährungshilfe in Afrika ausgaben. Sanchez fordert einen Übergang zu langfristig sinnvolleren Methoden der Entwicklungshilfe. Einige wichtige Organisationen wie das World Food Programme begännen immerhin, Nahrungsmittelhilfe bei afrikanischen Farmen anstatt in Amerika einzukaufen.
Pedro Sanchez (Earth Institute, New York): Nature, Bd. 458, S. 148
ddp/wissenschaft.de – Martin Rötzschke

















