Was das Ohrenschmalz mit dem Brustkrebsrisiko zu tun hat
Feuchte Beschaffenheit des Sekrets geht mit höherer Wahrscheinlichkeit für die Krankheit einher
Wer als Frau unter übelriechendem Achselschweiß leidet und zudem feuchtes Ohrenschmalz besitzt, hat ein höheres Risiko für Brustkrebs. Hinter diesem auf den ersten Blick skurril anmutenden Zusammenhang steckt ein einzelnes Gen namens ABCC11, haben japanische Forscher entdeckt: Es gilt als Risikofaktor für Brustkrebs und steuert zudem die Aktivität der Drüsen, die Ohrenschmalz und Achselschweiß produzieren. Ein unangenehmer Körpergeruch, speziell wenn er mit feuchtem Ohrensekret gekoppelt ist, kann Ärzte also ohne aufwendige Tests auf ein erhöhtes Brustkrebsrisiko aufmerksam machen, was vor allem in Entwicklungsländern mit schlechter medizinischer Versorgung hilfreich sei, schreibt das Team um Yu Toyoda vom Tokyo Insitute of Technology in Yokohama.
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Welche Variante des ABCC11-Gens im Erbgut vorherrscht, bestimmt, welche Art von Ohrenschmalz der Körper produziert: eine feuchte, klebrige oder eine eher staubartige trockene Form. Erstere ist sehr viel häufiger und überall auf der Welt verbreitet, letztere findet sich hingegen hauptsächlich bei nordamerikanischen Ureinwohnern und Asiaten. Der Unterschied geht lediglich auf einen einzigen DNA-Baustein zurück, der im ABCC11-Gen ausgetauscht ist. Wie die Japaner jetzt zeigen konnten, beeinflusst diese winzige Veränderung unter anderem, wie schnell ein entscheidendes Ohrenschmalzprotein vom Körper abgebaut wird – und damit, ob das Sekret im Ohr trocken oder feucht ist.
Ähnlich wie ABCC11 die Ohrenschmalzbeschaffenheit prägt, kann das Gen auch andere Drüsen und deren Sekrete beeinflussen, darunter vor allem die Schweißdrüsen der Achselhöhle und die Brustdrüsen. Aufmerksam werden sollte also der- beziehungsweise diejenige, bei der zum feuchten Ohrenschmalz noch ein starker Körpergeruch kommt: Diese Kombination scheint nach den aktuellen Daten auch mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko einherzugehen. Die Wissenschaftler haben im Zuge ihrer Studie daher einen neuen günstigen Gentest entwickelt, mit dem sich innerhalb einer halben Stunde zeigen lässt, welche ABCC11-Variante im Erbgut befindet.
Yu Toyoda (Tokyo Institute of Technology, Yokohama) et al.:The FASEB Journal, Bd. 23, S. 2001
ddp/wissenschaft.de – Ilka Lehnen-Beyel


















