Geisterfahrerplanet bricht Größenrekord
Neu entdeckter Himmelskörper schwimmt gegen den Strom
Ein internationales Team von Astronomen hat einen riesigen Planeten entdeckt, der sich entgegen der Drehrichtung des Sterns bewegt, den er umkreist. Der WASP-17 genannte Himmelskörper ist zweimal so groß wie Jupiter und damit der größte bisher bekannte Planet. Aus seiner Bahn geworfen wurde WASP-17 wohl durch die Begegnung mit einem Nachbarplaneten, vermuten die Forscher um David Anderson von der Keele University in Staffordshire.
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Die Bewegung von Planeten stimmt fast immer mit der Drehrichtung überein, mit denen sich ihr Zentralgestirn bewegt. Das hängt damit zusammen, dass sich Planetensysteme aus einer rotierenden Scheibe aus Gas und anderer Materie bilden und dabei ihre ursprüngliche Drehbewegung beibehalten. Doch immer wieder stoßen Astronomen auf kosmische Geisterfahrer, die durch den Einschlag oder die Anziehung eines anderen Himmelskörpers in eine gegenläufige Bewegung geraten sind.
Mit WASP-17 haben die Astronomen nun einen solchen Ausreißer entdeckt, der alle zuvor beobachteten in seiner Größe bei weitem übertritt. Der Himmelskörper ist doppelt so groß wie Jupiter, der größte Planet im Sonnensystem. Allerdings ist er nur halb so schwer, so dass seine Dichte nur etwa einem Siebzigstel der vergleichsweise massiven Erde entspricht. Damit hat WASP-17 etwa die Dichte von Schaumstoff.
Die Entstehung des Planeten könne daher nicht mit gewöhnlichen Modellen erklärt werden, erklären die Wissenschaftler. Die Forscher vermuten, dass die stark elliptische Bahn des Himmelskörpers für dessen Größe verantwortlich ist: Dadurch wirken ständig wechselnde Anziehungskräfte auf den Planeten ein, die WASP-17 regelrecht durchkneten, wodurch sich der Gasplanet immer mehr erwärmt. Auf diese Weise hat er sich zum bisher größten Planeten aufgebläht, den Astronomen je entdeckt haben.
WASP-17 ist der siebzehnte neue Planet außerhalb des Sonnensystems, den Wissenschaftler im Projekt WASP entdeckt haben. Bei diesem Projekt haben sich Astronomen verschiedener britischer Universitäten zusammengeschlossen, um nach fernen Planeten zu suchen.
David Anderson (Keele University in Staffordshire) et al.: Astrophysical Journal, Vorabveröffentlichung, arXiv-Kennung:0908.1553v1
ddp/wissenschaft.de - Ulrich Dewald

















