Asymmetrische Papageien
Extreme Rechts- oder Linkshänder sind schlauer
Ausgeprägt rechts- oder linkshändige Tiere sind klüger als solche, bei denen beide Körperseiten gleichermaßen benutzt werden. Australische Biologen haben 40 Papageien aus acht Arten untersucht, und dabei festgestellt, dass diejenigen, die immer den selben Fuß oder dasselbe Auge einsetzten, um zu einer Beute zu gelangen, kniffligere Aufgaben lösen konnten. Dabei spielt es keine Rolle, ob die linke oder die rechte Körperseite favorisiert wird. Hauptsache ist, dass eine deutliche Lateralität – die Bevorzugung einer Körperseite für bestimmte Aufgaben – besteht.
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Lateralität tritt nicht nur beim Menschen auf, wo es Rechts- und Linkshänder gibt, sondern ist auch bei Tieren ein weit verbreitetes Phänomen. Viele Arten verarbeiten Informationen mit den beiden Hirnhälften unterschiedlich und setzen auch die Körperseiten nicht immer gleich ein. Paviane sind nach links hin aggressiver, Kröten ergreifen Beute rechts von ihnen eher und das rechte Fischauge ist meist wachsamer als das linke. Die Wissenschaftler untersuchten nun Papageien, die oft den einen Fuß zum Festhalten von Samen benutzen und auf dem anderen stehenbleiben, während sie Happen aus der Nahrung picken. Die Vögel benutzen zudem vermehrt das eine Auge, wenn sie einen Raum nach Nahrung absuchen. Darauf basierend bestimmten die Forscher zuerst die Lateralität jedes einzelnen Vogels, also wie sehr er zu einer Seite hin tendiert.
Die Forscher ließen die Tiere dann Aufgaben verschiedener Schwierigkeitsstufen lösen. Sie mussten zuerst Samen aus einem Durcheinander gleich großer Teilchen picken, was allen Papageien gut gelang. Wie erwartet zeigte sich bereits hier, dass bei der Suche von den meisten Arten ein Auge vermehrt eingesetzt wird. Schwieriger wurde es für die Vögel, als sie einen an eine Schnur gebundenen Leckerbissen ergattern sollten. Das ging nur, wenn sie einen Fuß als Werkzeug einsetzten und mit dem Schnabel pickten. Die einen stellten sich dabei geschickter an, während andere die Aufgabe nicht lösen konnten. Vergleiche des Abschneidens bei den Tests mit der Lateralität jedes Tieres zeigten, dass die Eigenschaft bei der Bewältigung von komplexeren Aufgaben hilft. Die Forscher fanden dabei Unterschiede zwischen den Arten: Einige benutzten immer den linken Fuß für eine bestimmte Aufgabe, andere immer den rechten. Zudem gibt es offenbar beträchtliche individuelle Unterschiede in der Ausprägung der Lateralität.
Physiologen vermuten, dass Lateralität einen entscheidenden Vorteil bietet: Es können mehrere Informationsquellen gleichzeitig verarbeitet werden. Zum Beispiel kann ein Huhn Samen picken und dabei gleichzeitig immer wieder mit einem Auge nach einem Feind spähen. "Jede Gehirnseite kann sich auf bestimmte Aufgaben spezialisieren und diese so besser lösen", erklärt Co-Autor Brown. Sogar bei Menschen seien vermutlich diejenigen cleverer, welche eine eindeutige Präferenz für eine bestimmte Seite bei verschiedenen Handlungen aufwiesen.
Maria Magat und Culum Brown (Macquarie-Universität Sydney):Proceedings of the Royal Society B (doi: 10.1098/rspb.2009.1397).
ddp/wissenschaft.de – Martina Bisculm


















