Kollege Computer
Schimpansen reagieren auch auf animierte, künstliche Artgenossen
Affen können sich wie Menschen mit Computeranimationen identifizieren und reagieren daher auf animierte Bilder ähnlich wie auf echte Artgenossen. Das haben amerikanische Verhaltensforscher bei Tests mit den Primaten herausgefunden. Die Wissenschaftler um Matthew Campbell zeigten den Schimpansen Animationen gähnender Affen und beobachteten, dass diese dadurch ebenfalls zum Gähnen animiert wurden. Die Ergebnisse sind für die Verhaltensforschung bedeutsam, da bisher unklar war, ob Experimente mit Computeranimationen überhaupt repräsentativ das tatsächliche Verhalten von Affen abbilden können.
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Für ihre Studie wählten die Wissenschaftler 24 Schimpansen aus, die in Primatenforschungsstation der Emory-Universität in Atlanta lebten. Die Forscher spielten den Tieren an einem Bildschirm entweder Computeranimationen vor, die einen gähnenden Affen zeigten oder verschiedene ebenfalls am Computer entstandene Filme, auf denen die Tiere für Schimpansen ebenfalls typische Gebärden vollführten. Während sich die Affen die Filme anschauten, beobachteten die Wissenschaftler deren Verhalten und achteten besonders darauf, ob und wie oft diese gähnten.
Während die Filme mit verschiedenen Affengebärden bei den Versuchstieren nur ein gelegentliches Gähnen auslösten, zeigten die Schimpansen beim Betrachten gähnender Computeraffen selbst eine rege Gähnaktivität, ergab die Auswertung. Die Schimpansen reagieren also durchaus auf Animationen und sind in der Lage, sich in die gezeigten künstlichen Primaten hineinzuversetzen, interpretieren die Forscher die Ergebnisse. Dies sei für die Konzeption von Verhaltensexperimenten wichtig, bei denen Forscher die Primaten auch mit im realen Leben sonst nicht auftretenden Verhaltensweisen ihrer Artgenossen konfrontieren möchten. Das Verhalten virtueller, am Computer designter Tiere, könnte hingegen genauso gestaltet werden, wie es für das jeweilige Experiment gewünscht ist. Die Forscher um Campbell konnten nun mit ihren Experimenten zeigen, dass solche Animationen tatsächlich für Verhaltensstudien geeignet sind.
Matthew Campbell (Emory University Atlanta) et al.: Proceedings of the Royal Society B(doi 10.1098.rspb.2009.1087).
ddp/wissenschaft.de – Ulrich Dewald


















