Schutz vor dem Vergessen
Gen verlangsamt den Abbau von Gehirnfunktionen
Wissenschaftler haben ein Gen entdeckt, das das Risiko von Demenz- und Alzheimer-Erkrankungen reduziert und damit den altersbedingten Rückgang der Gehirnfunktion verlangsamen kann. Das Gen namens CETP hat einen Einfluss auf Cholesterinpartikel, wirkt sich jedoch auch auf die mentalen Fähigkeiten aus, fanden die Forscher um Richard Lipton von der Yeshiva University in New York heraus. Mit diesem Wissen könnten künftig Medikamente entwickelt werden, die den Effekt dieses Gens imitieren, um ältere Menschen vor Alzheimer zu schützen.
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Die Wissenschaftler werteten für ihre Studie die Daten von insgesamt 523 Probanden über 70 Jahre aus. Zu Beginn der Untersuchung waren alle Versuchspersonen gesund. Nach gut vier Jahren waren 40 von ihnen an Demenz erkrankt. Probanden, die zweimal eine bestimmte Variante des CETP-Gens in sich trugen, hatten dabei ein um 70 Prozent geringeres Risiko einer Demenz, ergab die Auswertung.
Das CETP-Gen war bislang lediglich als "Langlebigkeits-Gen" bekannt. Es reguliert die Größe der Partikel sowohl des HDL-Cholesterins, des sogenannten "guten Cholesterins", als auch der bei erhöhten Werten für den Körper kritischen Cholesterin-Variante. Frühere Studien hatten gezeigt, dass bestimmte Varianten dieses Gens das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken und damit die Lebenserwartung steigern können. Die Forscher um Lipton konnten nun zeigen, dass das Gen auch Einfluss auf das Demenz- und Alzheimer-Risiko nimmt.
Auf einen solchen genetischen Schutz deuten auch weitere Beobachtungen hin. So konnten die Wissenschaftler um Lipton zeigten, dass die Genvariante nicht nur bei Demenz-Patienten den Gedächtnisverlust verlangsamt, sondern bei allen in der Studie untersuchten Personen, also auch bei den Gesunden. Eine Verbindung zwischen der CETP-Genvariante und Demenz sei außerdem plausibel, da andere Gene, die in den Fettstoffwechsel mit eingebunden sind, auch mit dem Demenz-Risiko zusammenhängen, halten die Forscher fest.
Richard Lipton (Yeshiva University, New York) et al.: Jama, Bd. 303, S. 150
ddp/wissenschaft.de – Regula Brassel

















