Bei Kolibris geht die Liebe durch den Magen
Die Männchen gewinnen ihre Partnerinnen mit süßem Blütennektar für sich
Verfügen männliche Granatkolibris (Eulampis jugularis) über große Nektarmengen in ihrem Blumen-Territorium, werden sie von den Weibchen bevorzugt. Das haben US-Forscher herausgefunden, als sie die Vögel auf der Karibikinsel Dominica mehr als zwei Monate lang beobachteten. Ob ein Männchen große Nektarressourcen sein Eigen nennen kann, hängt dabei auch von seiner Fähigkeit ab, Eindringlinge abzuwehren, die sich über den süßen Pflanzensaft hermachen wollen. Der umkämpfte Nektar ist sozusagen das Verlobungsgeschenk des Männchens: Es verteidigt gewisse Territoriums-Bereiche für seinen eigenen Bedarf, während es andere für die Verpflegung seiner Partnerinnen bereithält, berichten die Forscher um Ethan Temeles vom Amherst College.
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Für ihre Untersuchung markierten die Wissenschaftler 14 Männchen und 28 Weibchen mit einem farbigen Beinring. Dann identifizierten sie die Grenzen der jeweiligen Territorien, indem sie beobachteten, ab welchem Punkt die Männchen Konkurrenten abwehrten. Dabei stellten sie fest, dass die Männchen auch potenzielle Partnerinnen zunächst als Eindringlinge behandelten und sie zu verscheuchen versuchten. Blieben die Weibchen jedoch hartnäckig, wurden sie nach einiger Zeit von den Männchen geduldet und durften von ausgewählten Blüten trinken.
Als Lohn für dieses Entgegenkommen gingen die Weibchen in vielen Fällen auf das anschließende Werben der Männchen ein und paarten sich mit diesen. Die Wissenschaftler ermittelten nun die Gesamtzahl der Kopulationen der einzelnen Männchen und verglichen sie mit der Gesamtnektarmenge der jeweiligen Territorien: Die meisten Fortpflanzungserfolge hatten demnach die Männchen zu verzeichnen, die auch in der Nahrungsverteidigung besonders erfolgreich waren und ihre Vorräte mit den Weibchen teilten.
Dieser Zusammenhang erklärt auch, warum die von den Männchen verteidigten Territorien drei- bis fünfmal so viele Blüten aufweisen, wie sie für ihren eigenen Energiebedarf eigentlich benötigen: Einen Bereich beanspruchen sie für sich selbst, der andere ist für die Weibchen bestimmt. Bei den meisten Territorien teilten die Kolibri-Männchen die Gebiete sogar in zwei eindeutig getrennte Zonen ein. Die Kampffähigkeit der männlichen Kolibris als entscheidender Faktor bei der Fortpflanzung wird wiederum durch die Körpergröße der Männchen bestimmt.
Ethan Temeles (Amherst College) et al.: Proceedings of the Royal Society B, Onlinevorabveröffentlichung, doi:10.1098/rspb.2009.2188
ddp/wissenschaft.de - Regula Brassel


















