Wenn Kinder zu früh kommen
Gene beeinflussen das Risiko einer Frühgeburt
Unbemerkte Infektionen im Mutterleib sind eines der Hauptrisiken für vorzeitige Wehen und Frühgeburten. Nun sind US-Forschern bestimmten Genvarianten bei Mutter und ungeborenem Kind auf die Spur gekommen, die das Risiko für eine Frühgeburt erhöhen: Sie bekämpfen zwar auch die so genannte "stille" Infektion im Mutterleib, lösen aber auch die vorzeitige Geburt aus. Mit dem Wissen über die Genkonstellation dürften in Zukunft gefährdete Frauen frühzeitig gewarnt und besser betreut werden.
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Frauen können in der Schwangerschaft alles richtig machen und doch kommt es zur Frühgeburt: Nach der Statistik wird eine von drei Frühgeburten durch die stille Unterleibsinfektion ausgelöst, bei der die Mutter keine Symptome bemerkt. Um den Ursachen dieser heimtückischen Infektion auf den Grund zu gehen, untersuchten Wissenschaftler die Erbinformationen von über 800 schwangeren lateinamerikanischen Frauen und ihrer ungeborenen Babys. Alle Frauen hatten bereits zuvor eine Frühgeburt erlebt, die vor der 37. Schwangerschaftswoche stattgefunden hatte. Die Forscher entnahmen Blutproben von der Mutter und von der Fötus-Nabelschnur und untersuchten die Varianten von 190 Genen, die bei der Bekämpfung von Entzündungen im Mutterleib eine Rolle spielen. Dabei analysierten sie über 700 Variationen innerhalb der einzelnen Basen-Paare der DNA.
Nach der Studie können sowohl bestimmte Genvarianten bei der Mutter als auch beim Fötus die Wahrscheinlichkeit für eine Frühgeburt erhöhen. Als besonders kritisch erwies sich ein Gen namens IL6R, das auf Entzündungsprozesse im Körper Einfluss nimmt. So hatten Babys, in deren Erbgut sich beispielsweise eine bestimmte Variante des Gens IL6R fand, ein doppelt so hohes Risiko, zu früh auf die Welt zu kommen.
"Die neuen Ergebnisse dürften in Zukunft dazu beitragen, bei Frauen ein genetisch bedingtes erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt rechtzeitig zu erkennen", erklärt Co-Autor Alan R. Fleischman, Direktor der Organisation March of Dimes, die sich in den USA für die Gesundheit von Schwangeren und Babys einsetzt. Die betroffenen Mütter könnten dann individuell medizinisch betreut werden, so dass ihre Chancen für eine Geburt zum festgelegten Termin steige.
Insgesamt werden in den USA jedes Jahr mehr als 540.000 Babys zu früh geboren, auf der ganzen Welt sind es etwa 13 Millionen Kinder. Eine Frühgeburt kann bedeutende Auswirkungen auf die Gesundheit des Kindes haben. So sind Frühgeburten in den USA die Hauptursache für Säuglingssterblichkeit, und viele der überlebenden Kinder müssen mit lebenslangen Gesundheitsproblemen rechnen.
Roberto Romero (National Institute of Child Health and Human Development, Bethesda) et al.: SMF Meeting
ddp/wissenschaft.de – Christine Amrhein

















