Freispruch für Fernsehen & Co
Elektronische Medien sind nicht schuld an Kopfschmerzen bei Jugendlichen
Zwischen Kopfschmerzen und Migräne bei Jugendlichen und der Nutzung elektronischer Medien gibt es keinen statistisch relevanten Zusammenhang. Das hat eine Studie von Münchner Forschern an rund tausend Heranwachsenden im Alter zwischen 13 und 17 Jahren ergeben. Die Wissenschaftler hatten die Jugendlichen nach der Art und Häufigkeit von Kopfschmerzen gefragt und ermittelt, wie oft und wie lange sie elektronische Medien wie Fernsehen, Internet, Computerspiele, Handys und Musikanlagen nutzten.
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"Die exzessive Nutzung elektronischer Medien wird häufig mit langfristigen Schäden an der Gesundheit in Zusammenhang gebracht, wie etwa Übergewicht oder unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Stress, Konzentrationsstörungen und Schlafmangel", erklärt Studienleiterin Milde-Busch von der Ludwig-Maximilians-Universität. Was eine mögliche Verbindung zu Kopfschmerzen angehe, seien frühere Untersuchungen allerdings zu uneinheitlichen Ergebnissen gekommen, sagt Milde-Busch. Für Computerspiele gebe es hingegen überhaupt keine Daten.
Um diese Lücke zu schließen, werteten die Wissenschaftler die Daten von 489 Teenagern aus, die angaben, häufig unter Kopfschmerz zu leiden, und verglichen diese mit den Daten von 536 Jugendlichen ohne Beschwerden. Die Auswertung ergab keine signifikanten Unterschiede zwischen beiden Gruppen – mit einer Ausnahme: Bei Probanden, die täglich längere Zeit Musik hörten, trat sowohl Kopfschmerz als auch Migräne messbar häufiger auf als bei den übrigen Jugendlichen. Was hierbei jedoch Ursache und was Wirkung ist, da sind sich die Wissenschaftler noch unsicher: Entweder führe tatsächlich das Musikhören zu den Kopfschmerzen, oder die Probanden nutzten die Musik bei Kopfschmerzen, um sich zu entspannen.
Astrid Milde-Busch (Ludwig-Maximilians-Universität, München) et al.: BMC Neurology, Online-Vorabveröffentlichung
ddp/wissenschaft.de - Ulrich Dewald

















