Innerer Dreckschutz
Forscher verlegen den wasserabweisenden Lotuseffekt in Textilfasern
Der schmutzabweisende Lotuseffekt für Textilien ist erstmals durch eine innere Strukturierung der Faseroberfläche erreicht worden. Deutsche Forscher haben dazu spezielle magnetische Nanopartikel in die synthetischen Fasern eingearbeitet. Der Vorteil des Verfahrens gegenüber der üblichen Beschichtung liegt darin, dass der Schutzeffekt nicht durch Alltagsbelastungen leidet: Die Textilien sind resistent gegen äußerliche Einflüsse wie Waschen oder Kratzen. Außerdem wird auch die Fähigkeit des Textilkunststoffs nicht beeinträchtigt, Farbstoffe aufzunehmen.
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Werden Oberflächen mit wasserabweisenden Mikro- und Nanostrukturen versehen, so ist traditionell ein nachträglicher Veredlungsprozess erforderlich. Außerdem zeigt die erzeugte funktionelle Schicht zwar gute schmutzabweisende Effekte, hält jedoch meist intensiver Gebrauchsbeanspruchung nicht Stand, schreiben die Wissenschaftler der Hohenstein Institute und des Instituts für Textilchemie und Chemiefasern (ITCF) Denkendorf. Ihr neuer Ansatz behebt diese Defizite. Dabei wird mit magnetischen Nanopartikeln aus Eisen und Eisenoxid direkt beim Spinnen der dünnen synthetischen Fasern durch ein Magnetfeld eine zusätzliche nanostrukturierte Oberfläche auf der noch weichen Faser erzeugt.
Die Wissenschaftler haben aus den Garnen verschiedene Musterstücke stricken lassen, um die wasser- und schmutzabweisende Eigenschaften zu belegen. Auch die Beständigkeit der Textilien im alltäglichen Gebrauch ist in Belastungsversuchen nachgewiesen worden. Festgestellt wurde zudem, dass die winzigen Teilchen vernachlässigbare Auswirkungen auf das Färbeverhalten der Textilien besitzen.
Eine optimierte Oberflächenstruktur für Wasserabweisung und Resistenz gegen Außeneinflüsse besitzt hohe Bedeutung für die Textilindustrie. Deshalb wurde das Gemeinschaftsprojekt der beiden Forschungseinrichtungen auch gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen.
Mitteilung Hohenstein Institute
ddp/wissenschaft.de – Rochus Rademacher


















