Dominante Sprinter
Hoher Körperschwerpunkt macht Läufer schneller
Die spektakulären Weltrekorde von Sprintern wie Usain Bolt sind auch eine Sache des Körperschwerpunkts: Dieser liegt bei Sportlern mit afrikanischen Wurzeln um etwa drei Prozent höher als bei Europäern und Asiaten – eine für den Sprint günstigere Körpergeometrie. Das könnte ein Grund dafür sein, dass Sportler afrikanischer Abstammung im Schnitt um 1,5 Prozent schneller sind, haben US-amerikanische Wissenschaftler bei der Analyse von Körperdaten und Bestzeiten von Athleten herausgefunden. Ein niedrigerer Körperschwerpunkt verschafft Sportlern europäischer Herkunft andererseits Vorteile beim Schwimmen.
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Seit Jahrzehnten führen überwiegend Sportler mit afrikanischen Vorfahren die Sprinter-Bestenlisten der internationalen Leichtathletikturniere an, während Schwimmwettkämpfe eher von Athleten mit europäischen Wurzeln dominiert werden. Ein Faktor könnte dabei die unterschiedliche Körpergeometrie sein, fanden die Forscher um Bejan heraus: "Schwarze haben tendenziell längere Gliedmaßen mit kleineren Durchmessern. Das bedeutet, dass ihre Schwerpunkte im Vergleich zu Weißen gleicher Körpergröße etwas höher liegen", erklärt der Ingenieurwissenschaftler.
Im Lauf befindet sich der menschliche Körper in einem stetigen Wechsel zwischen einer Auf- und Abwärtsbewegung: Der Läufer drückt sich nach oben ab, um dann wieder nach unten zu fallen. Je höher der Körperschwerpunkt im Verhältnis zur Körpergröße liegt, desto größer ist die mögliche Fallhöhe in dieser Bewegung und desto besser kann er das Auf und Ab in eine Vorwärtsbewegung umsetzen, erläutert Bejan. Die Unterschiede seien zwar gering, könnten jedoch bei der Jagd nach der Bestzeit die entscheidenden Sekundenbruchteile bringen.
Ganz anders sind beim Schwimmen ein längerer Rumpf und damit ein niedrigerer Schwerpunkt von Vorteil, da sich damit in der Auf- und Abwärtsbewegung im Wasser mehr Strecke machen lässt. Generell trügen natürlich auch kulturelle und soziale Faktoren zu den Leistungsunterschieden in den verschiedenen Sportarten bei, sagt Bejan. Wer in ärmlichen Verhältnissen ohne Zugang zu öffentlichen Schwimmbädern aufwachse, werde sich kaum für Schwimmen als Leistungssport entscheiden.
Adrian Bejan (Duke University, Durham) et al.: International Journal of Design & Nature and Ecodynamics
ddp/wissenschaft.de – Ulrich Dewald


















