Bessere Therapiemöglichkeiten für Leukämiekranke
Forscher enträtseln Abstoßungsmechanismus nach Stammzellentransplantation
Der Kraftstoff der Körperzellen kann gefährliche Komplikationen bei der Therapie von Blutkrebs verursachen: Das Molekül Adenosintriphosphat (ATP) steht offensichtlich im Zusammenhang mit Abstoßungsreaktionen nach einer Stammzellentransplantation. Der zelluläre Energieträger kommt bei den betroffenen Leukämiepatienten in deutlich erhöhter Konzentration auch außerhalb der Körperzellen vor, besonders in der Bauchhöhle. Das haben deutsche Wissenschaftler um Robert Zeiser und Marco Idzko von der Universität Freiburg herausgefunden. Nachdem sie diesen Mechanismus entdeckt hatten, entwickelten sie erste Wirkstoffe, die im Mausmodell das Überleben der Tiere deutlich verbesserten, berichtet das Universitätsklinikum Freiburg.
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In der Regel äußern sich Abstoßungsreaktionen, die im Zuge von Organtransplantationen auftreten, dergestalt, dass der Körper das eingepflanzte Organ als fremd erkennt und versucht, es loszuwerden. Bei der Transplantation von Stammzellen aus dem Knochenmark eines Spenders verhält es sich jedoch genau umgekehrt: Die weißen Blutkörperchen, die nach der Verpflanzung entstehen, erkennen den Körper des Empfängers als fremd und wehren sich gegen ihn: "Die Zellen des Spenders bekämpfen insbesondere Haut-, Leber- und Darmgewebe und schädigen das Gewebe schwer", erklärt Robert Zeiser.
Dieses gefährliche Phänomen wird als "Graft versus host disease (GvHD)" bezeichnet. Um es zu vermeiden, erhalten viele Transplantationspatienten sogenannte Immunsuppressiva. Diese Medikamente unterdrücken das Immunsystem – steigern somit aber auch das Risiko für Infektionen. "Wenn wir die GvHD in den Griff bekommen, wird die Prognose von Patientinnen und Patienten mit Leukämie deutlich besser", meint Zeiser.
Die Chancen hierfür sind nun deutlich gestiegen: Zum einen habe man nun ein Warnsignal für eine beginnende Abstoßungsreaktion - nämlich ATP in den Zellzwischenräumen. Darüber hinaus kann nun zielgerichtet an neuen Therapiemöglichkeiten geforscht werden. "Am Mausmodell zeigte sich, dass die pharmakologische Behandlung das Überleben signifikant verbesserte. Auch der Krankheitsschweregrad in Darm und Leber war deutlich verringert", sagt Zeiser.
Mitteilung des Universitätsklinikums Freiburg
dapd/wissenschaft.de – Mascha Schacht

















