Schönere Tage vor den Tagen
Ungesättigte Fettsäuren lindern das prämenstruelle Syndrom
Frauen leiden weniger unter dem prämenstruellen Syndrom (PMS), wenn sie täglich eine Mischung an ungesättigten Fettsäuren zu sich nehmen. Das haben brasilianische Forscher in einer Studie mit insgesamt 120 Frauen herausgefunden. Sie verabreichten darin 80 Frauen mit PMS täglich einen Cocktail aus verschiedenen Fettsäuren, während 40 weitere ein wirkstofffreies Placebo erhielten. Ergebnis: Nach drei Monaten hatten sich die Beschwerden bei allen Frauen verringert, am meisten jedoch bei denjenigen, die eine hohe Dosis der Fettsäuren erhalten hatten. Der Effekt verstärkte sich nach sechsmonatiger Einnahme noch, berichten Edilberto Rocha Filho und seine Kollegen.
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Die Tage vor den Tagen sind für einige Frauen eine Tortur: Regelmäßig vor Beginn der Menstruationsblutung belastet sie ein ganzer Komplex von Beschwerden. Mehr als 150 Symptome sind beschrieben, die unterschiedlich häufig und unterschiedlich intensiv, jedoch stets in der zweiten Zyklushälfte auftreten und mit dem ersten oder zweiten Tag der Regelblutung verschwinden - angefangen mit Abgeschlagenheit oder Reizbarkeit bis hin zu Verdauungsproblemen, Ödemen und Depressionen. Etwa drei Viertel aller Frauen im gebärfähigen Alter klagen über prämenstruelle Beschwerden, davon leidet etwa ein Viertel an einem ausgeprägten PMS. Bei etwa fünf Prozent sind die Beeinträchtigungen sogar so schwerwiegend, dass ihre Lebensqualität erheblich eingeschränkt ist.
Die Behandlungsmethoden sind so vielfältig wie die Symptome und reichen von Psychotherapien über eine spezielle Ernährung und Sport bis hin zu Medikamenten, die den Eisprung verhindern. Einige Studien lassen zudem vermuten, dass die Einnahme ungesättigter Fettsäuren PMS lindern kann. Diesen Ansatz wollten die Forscher nun genauer untersuchen. Sie wählten dazu 120 an PMS leidende Frauen im gebärfähigen Alter aus, die bestimmte Kriterien erfüllen mussten. Sie durften zum Beispiel keine weiteren Medikamente einnehmen und keinen Kinderwunsch hegen. Diese Frauen wurden in drei Gruppen unterteilt. Die erste erhielt täglich in Form einer Kapsel ein Gramm eines Fettsäure-Cocktails, die zweite zwei Gramm der Mischung und die dritte ein Gramm eines Placebos. Der Fettsäure-Cocktail enthielt gamma-Linolensäure, Ölsäure, Linolsäure, eine Mischung weiterer mehrfach ungesättigter Fettsäuren sowie Vitamin E.
Täglich gaben die Frauen über sechs Monate hinweg anhand eines speziellen PMS-Menstruationskalenders Auskunft über ihre Beschwerden und darüber, ob diese leicht, mittelstark oder stark auftraten. Regelmäßig untersuchten die Wissenschaftler währenddessen die Konzentration verschiedener Hormone im Blut. Die Auswertung der Kalender zeigte, dass sich unter Einnahme von zwei Gramm der Fettsäure-Mischung die Beschwerden am deutlichsten verbesserten. Besonders stark war dieser Effekt nach sechs Monaten. Zwar trat auch in der Placebo-Gruppe nach drei Monaten eine Verbesserung ein, das sei jedoch nicht verwunderlich, da beim PMS auch psychische Faktoren eine Rolle spielen, erläutern die Forscher. Sie betonen jedoch, dass dieser Effekt deutlich kleiner war als der in der Fettsäuregruppe. Nebenwirkungen abgesehen von vorübergehenden Bauchschmerzen sowie einer Verzögerung der Monatsblutung in jeweils einem Fall habe man in keiner der Gruppen beobachten können.
Was hinter der positiven Wirkung der Fettsäure-Mischung steckt, können die Forscher noch nicht sagen. Sie vermuten jedoch, dass die Fettsäuren die Bildung des Gewebehormons Prostaglandin beeinflussen, das wiederum die Wirkung des Hormons Prolaktin hemmen kann. Eine Überempfindlichkeit gegen Prolaktin war bereits in früheren Studien mit dem Entstehen von PMS in Verbindung gebracht worden.
Edilberto Rocha Filho (Federal University of Pernambuco, Recife) et al: Reproductive Health, doi: 10.1186/1742-4755-8-2
dapd/wissenschaft.de - Anke Biester

















