Eine Woche Wissenschaftler
Schüler erkunden optische Phänomene im bdw-Forschungscamp.
Brechzahl, Bildpunkt, Aberration an konvexen und konkaven Linsen – in der Schule hadern viele Jugendliche mit den abstrakten Gesetzen der geometrischen Optik. Im Forschungscamp von bild der wissenschaft und Explorhino an der Hochschule Aalen gehen 13 Mädchen und Jungen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren den Eigenschaften und der Wirkung von Licht mit Begeisterung auf den Grund.
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Seit ihrer Ankunft im Camp am Ostermontagabend konnten die Schülerinnen und Schüler, die von Forschern und Studenten der Aalener Hochschule betreut werden, in Workshops und eigenen Experimenten bereits etliche spannende neue Erfahrungen machen. So spürten sie mithilfe einer Wärmebildkamera für die Augen unsichtbare Materialdefekte in Solarzellen auf und vermaßen Spiegel-Oberflächen mithilfe eines hochpräzisen Spektrometers. Und: Sie durften im Rahmen eines Crashkurses – unter Anleitung des Lasertechnik-Professors und Prorektors der Hochschule Aalen Thomas Hellmuth – mit einer Software für das optische Design arbeiten, die auch Optik-Ingenieure nutzen, um hochmoderne Geräte wie Projektoren, Teleskope oder Lithographie-Objektive zu entwerfen und zu optimieren.
Am Mittwoch konnten die Camp-Teilnehmer Resultate dieser Entwicklungsarbeiten hautnah erleben: bei einer Tour durch die Hightech-Fabrik von Carl Zeiss SMT in Oberkochen, wo optische Spezialobjektive für die Fertigung von Mikrochips hergestellt werden. Ohne diese aufwendigen und teuren Geräte würde es leistungsstarke Computer, handliche und vielfältig verwendbare Mobiltelefone sowie Digitalkameras mit etlichen Megapixeln Auflösung nicht geben.
Ein anderes Highlight des Camps konnten die jungen Nachwuchswissenschaftler bereits am Dienstagnachmittag erkunden: die Optische Scheune in Leinroden, wenige Kilometer von Aalen entfernt. Dort hat der ehemalige Professor am Aalener Institut für Augenoptik Bernd Lingelbach in einem alten Schober einen ungewöhnlichen Erlebnisparcours aufgebaut. Die Besucher bewegen sich dort mitten durch ein Labyrinth aus verschiedenen optischen Täuschungen. Nirgendwo sonst in Europa gibt es eine umfassendere museale Sammlung von Licht-Phänomenen.
Zum Abschluss des Forschungscamps am Freitag erfahren die 13 Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland in den Labors der Arbeitsgruppe Biophotonik, wie sich Licht zum Erkennen und Heilen von Krankheiten nutzen lässt. Danach werden sie den anderen Camp-Teilnehmern ihre persönlichen Erkenntnisse aus der gemeinsamen Woche am Nabel der Wissenschaft in einem kleinen „Symposium“ präsentieren – bevor sie am Samstag früh die Heimreise antreten.
wissenschaft.de - Ralf Butscher

















