bdw an Bord: Tückischer Sand
Logbucheintrag vom 27.3.2012
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Dienstag 27.3.2012
Position 26°20,22‘N 085°53,0‘W (um 12.00 Uhr Bordzeit = MEZ –5 Stunden)
Kurs: DP-Mode: Auto Positioning
Etmal (in 24 Stunden zurückgelegte Strecke): 72 Seemeilen 3 Knoten
Wetterbericht, 12.00 Uhr
Luftdruck: 1017,2 hPa
Wind: Ost 5 Beaufort
Lufttemperatur: 23,9°C
Wassertemperatur: 28,8°C
Höhe der Dünung: 1 Meter
Die Merian ist im Untersuchungsgebiet B1 geblieben und befindet sich nur ein paar Meilen weiter westlich. Das ROV lief heute einwandfrei, dokumentierte den Meeresgrund und seine Bewohner mit Filmen und Fotos – und brachte reiche Ausbeute nach oben.

Die Ausbeute eines Tauchgang: Die dunklen Korallen sind einzeln lebende Tiere. Die weißen Korallen sind Exemplare von Lophelia pertusa, die riesige Kolonien in der Tiefe bildet. Foto: Thomas Willke
Der Tauchgang hielt aber auch eine böse Überraschung für die Geologen bereit: Der Boden war sehr sandig. Als Laie fragt man sich: Wo ist da das Problem? In Sand kann man doch prima buddeln. Stimmt aber nicht: „Durch Sand kommen unsere Geräte nur sehr schlecht durch. Es ist sehr schwierig gute Proben zu bekommen“, erklärt Fahrtleiter Dierk Hebbeln.
Und so war es dann auch. Die Forscher wagten einen Versuch mit dem großen Kastengreifer. Doch die Verschlussklappe schaffte es nicht, sich durch den Sand zu schneiden. Der Kasten schloss sich nicht richtig, und viel Sediment rutschte wieder zurück auf den Meeresboden. Also nahmen die Forscher den robusten kleinen Backengreifer, um Bodenproben an Bord zu holen.
Heute Nacht wird erneut der Jojo arbeiten (siehe Logbuch vom 24.3.)

So sahen die ROV-Piloten das Leben auf dem Meeresgrund. Foto: Thomas Willke

Chefkoch Waldemar Arndt in der Gefrierkammer der Merian. Um täglich über 40 Menschen abwechslungsreich zu ernähren, hat er Lebensmittel im Wert von etwa 40.000 Euro an Bord. Foto: Thomas Willke
Thomas Willke, Korrespondent von bild der wissenschaft, von Bord der Maria S. Merian
Das vollständige Logbuch finden Sie hier
15. März: "Startschwierigkeiten"
16. März: Kein Visum – keine Forschungsreise
17. März: Ruhe vor dem Strum
18. März: Von Unterwasserrobotern und Korallen
19. März: Jagd nach Aerosolen
20. März: Achtung, Rutschgefahr!
21. März: Endlich im Arbeitsgebiet
22. März: Daten sammeln auf rauer See
23. bis 25. März: Reiche Ausbeute vor Yucatan
26. März: Vielfältige Unterwasserwelt vor Florida
27. März: Tückischer Sand
28. März: Den Meeresboden durchleuchten
28. März: Den Meeresboden durchleuchten
29. März: Oasen in der Wüste
30. März: Ein Freund für den ROV
31. März: Bahamas voraus
01. April: Im Golfstrom
02. April: Die erste Banane
03. April: Der Korallenfriedhof
04. April: Mount Gay
05. April: Zwei Berge und ein Blitz
06. April: Nordwärts
07. April: Abschied
Mehr über die Forschungsexpedition der Maria S. Merian erfahren Sie unter www.marum.de.


















